Cromoglicinsäure

grün
Medikament der Wahl für die angegebene Behandlungsindikation, bei dem umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Potential erkennen lassen. Auch die grüne Ampel erfordert eine sorgfältige Indikationsprüfung und sollte nicht zu „unbedenklichem“ Gebrauch verleiten. Eine 100%ige Sicherheit gibt es zu keinem Medikament.

Cromoglicinsäure ist ein Mastzellstabilisator. Sie wirkt hemmend auf die Chloridkanäle der Mastzellen und verringert damit eine Freisetzung von Entzündungsmediatoren (z.B. Histamin). Zur Behandlung von akuten Beschwerden ist sie nicht geeignet und sollte regelmäßig angewendet werden. Wegen der großen Polarität und der dadurch verbundenen geringen Lipophilie wird Cromoglicinsäure kaum resorbiert und wirkt deshalb hauptsächlich lokal. Weniger als 7% einer intranasalen Dosis werden systemisch resorbiert, weniger als 10% einer inhalativen und ungefähr 1% einer oralen Dosis.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Prophylaxe von allergischen Konjunktividen und Rhinitiden, allergischem Asthma bronchiale (lokale Anwendung) und Nahrungsmittelallergien (orale Gabe).

  • Produktnamen

    Allergo COMOD®, Allergocrom®, Colimune®, Intal®, Vividrin gegen Heuschnupfen® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Zahlreiche Frauen mit Asthma bronchiale wurden durchgehend in der Schwangerschaft mit Cromoglicinsäure behandelt und hierbei wurden keine teratogenen oder entwicklungstoxischen Effekte beobachtet. Eine Studie konnte bei 151 im 1. Trimenon behandelten Frauen kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nachweisen. In einer älteren Studie mit 296 Schwangeren wurden ebenfalls keine Auffälligkeiten bei den Kindern gefunden.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Nach durchgehender Einnahme von Cromoglicinsäure in der Schwangerschaft wurden keine entwicklungstoxischen Effekte beschrieben.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Cromoglicinsäure gehört zu den Mitteln der Wahl in der Schwangerschaft.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

keine.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 1,4 h; Proteinbindung: 63-76%; molare Masse: 512; orale Bioverfügbarkeit: 1%.

Klinik

Es gibt keine Daten zum Übergang in die Muttermilch. Aufgrund der geringen Resorptionsquoten und der kurzen Halbwertszeit spielt der Übergang in die Muttermilch praktisch keine Rolle.

Empfehlung

Cromoglicinsäure kann in der Stillzeit eingesetzt werden.


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