Gefördert durch

Clopidogrel

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Clopidogrel ist ein Prodrug. Einer seiner Metabolite, der nach der Verstoffwechselung durch CYP450 entsteht, hemmt die Thrombozytenaggregation. Er blockiert irreversibel die Wechselwirkung zwischen Adenosindiphosphat (ADP) und dessen thrombozytären Rezeptor P2Y12. Als Folge unterbleibt die ADP-vermittelte Aktivierung des Glykoprotein IIb/IIIa-Komplexes, der eine bedeutende Rolle bei der Thrombozytenaggregation einnimmt. Aufgrund der irreversiblen Hemmung sind die Thrombozyten für den Rest ihrer Lebenszeit (ungefähr 7–€10 Tage) beeinträchtigt; die Wiederherstellung der normalen Thrombozytenfunktion entspricht demnach der Geschwindigkeit der Thrombozytenneubildung.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei Patienten mit kurz zurückliegendem Myokardinfarkt, ischämischem Schlaganfall oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit sowie bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (in Kombination mit Acetylsalicylsäure).

  • Produktnamen

    Iscover®, Plavix® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Systematische Studien zur Anwendung in der Frühschwangerschaft fehlen bislang. Es liegen lediglich einzelne Fallberichte vor, bei denen Clopidogrel (in Kombination mit Acetylsalicylsäure und β-Rezeptorenblockern oder Heparin) ab Woche 8 beziehungsweise über den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft eingenommen wurde. Hierbei ergaben sich keine Hinweise auf eine Teratogenität. In unserer eigenen Datenbank haben wir mehr als 30, davon zwei Drittel im 1. Trimenon exponierte, abgeschlossene Schwangerschaftsverläufe dokumentiert, die keine Signale auf eine Erhöhung des Fehlbildungsrisikos liefern.
In tierexperimentellen Studien an Ratten und Kaninchen zeigten sich keine teratogenen Effekte bei Dosen, die dem 65- und 78fachen der empfohlenen menschlichen Tagesdosis entsprachen.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die bisherigen wenigen Fallberichte mit Exposition in der späteren Schwangerschaft zeigten ebenfalls keine negativen Auswirkungen auf das Ungeborene. Allerdings muss die gesteigerte Blutungsbereitschaft der Mutter vor operativen Eingriffen bedacht werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Clopidogrel darf bei Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit oder unzureichender Thrombozytenaggregationshemmung in der Schwangerschaft angewendet werden. Bei einer auf Clopidogrel eingestellten Patientin sollte die Möglichkeit einer Umstellung der Medikation im Vorfeld oder während einer Schwangerschaft geprüft werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Nach Anwendung im 1. Trimenon kann eine sonographische Feindiagnostik durchgeführt werden. Clopidogrel sollte vor operativen Eingriffen bzw. vor der Geburt abgesetzt werden, wenn dies nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung möglich ist.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser erprobte Alternativen:

Eine "Low dose"-Therapie mit Acetylsalicylsäure ist vorzuziehen, wenn das Therapieziel auch hierunter erreicht werden kann.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 8 h; Proteinbindung: 98%, für den hauptsächlich zirkulierenden (inaktiven) Metaboliten 94%; molare Masse: 322; gastrointestinale Resorption: 50%.

Klinik

Klinische Berichte liegen nicht vor. Es ist nicht bekannt, ob Clopidogrel in die Muttermilch übergeht. Untersuchungen an laktierenden Ratten zeigten einen Übertritt von Clopidogrel selbst und seinen Metaboliten.

Empfehlung

Clopidogrel sollte nur verordnet werden, wenn es keine gleichwertigen therapeutischen Alternativen gibt. Stillen ist unter Vorbehalt akzeptabel. Bei neu auftretenden Symptomen beim gestillten Kind sollte eine Vorstellung beim Kinderarzt erfolgen.


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