Gefördert durch

Clarithromycin

grün
Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Clarithromycin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, welche durch Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese bakteriostatisch wirken. Clarithromycin kann oral oder intravenös angewendet werden. Makrolide passieren die Plazenta und gehen auf den Feten über. Sie sind in der Regel in der Amnionflüssigkeit in deutlich niedrigeren Konzentrationen als im Serum nachweisbar.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

In Studien mit mehreren hundert ausgewerteten Schwangerschaften wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach Anwendung von Clarithromycin beobachtet. Insbesondere gibt es beim Menschen bisher keine Hinweise für die tierexperimentell gesehenen teratogenen Effekte.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Ein Zusammenhang zwischen Makrolidtherapie beim Neugeborenen in den ersten Lebenswochen und Pylorusstenose wird diskutiert. Bisher konnte ein solches Risiko bei intrauteriner Exposition im letzten Trimenon nicht bestätigt werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Clarithromycin kann in der Schwangerschaft indikationsgerecht eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

Penicilline, Cephalosporine.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 2-6 h (dosisabh.), Metabolite: 5-9 h (dosisabh.); Proteinbindung: 40-70%; molare Masse: 748; relative Dosis: 2,7%; M/P-Quotient: >1; gastrointestinale Resorption: gut; orale Bioverfügbarkeit ca. 50% aufgrund eines First-Pass-Metabolismus.

Klinik

Die meisten gestillten Kinder haben keine Symptome. Im Einzelfall kann es zu dünnerem Stuhlgang, selten zu Durchfall kommen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Makrolidexposition über die Muttermilch und Pylorusstenose wird diskutiert, ist aber bisher nicht erwiesen.

Empfehlung

Clarithromycin kann in der Stillzeit indikationsgerecht eingesetzt werden.


Wir helfen Ihnen und Sie helfen uns

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.