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Butylscopolamin

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Das Anticholinergikum Butylscopolamin ist das in Deutschland am weitesten verbreitete Spasmolytikum. Es ist ein halbsynthetisches Derivat des Scopolamins. Es zeigt nur periphere und keine zentrale anticholinerge Wirkung aufgrund seiner Struktur als quartäre Ammoniumverbindung.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Spasmen im Bereich des Magen-Darm-Traktes, Gallen- oder Nierenkoliken (parenterale Gabe).

  • Produktnamen

    Buscopan® und Generika

  • Synonyme

    N-Butyl-Scopolaminiumbromid, Butylscopolaminbromid

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Eine teratogene Wirkung des Butylscopolamins wurde bisher nicht nachgewiesen und wird aufgrund der langen Markterfahrung auch nicht erwartet. Jedoch fehlen prospektive Studien zur Anwendung im 1. Trimenon.  

2.-3. Trimenon / Perinatal

Butylscopolamin wird häufig als Spasmolytikum eingesetzt, ohne dass bis jetzt fetotoxische Effekte beschrieben wurden. Bei parenteraler Anwendung ist eine Beeinflussung der fetalen Herzfrequenz denkbar. In zwei Kasuistiken wird das Auftreten von Krampfanfällen nach i.v.- bzw. i.m.-Applikation von Butylscopolamin bei zwei Schwangeren beschrieben, die an Präeklampsie litten. 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Butylscopolamin kann bei strenger Indikationsstellung in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden und ist das Spasmolytikum der Wahl.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Funktionelle Auswirkungen der Anticholinergika, z. B. auf die Herzfrequenz des Fetus, müssen bei systemischer Applikation bedacht werden.

Besser erprobte Alternativen:

keine.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 6 - 10 h; Proteinbindung: ca. 5%; molare Masse: 440; orale Bioverfügbarkeit: <1% 

Klinik

Es liegen keine systematischen Daten zum Übergang in die Muttermilch vor. Säuglinge bzw. Kleinkinder können besonders empfindlich auf anticholinerge Präparate reagieren. Bisher gibt es aber keine Publikationen, in denen negative Auswirkungen beim Kind durch Gabe anticholinerger Mittel an die stillende Mutter beschrieben wurden. Butylscopolamin scheint sowohl als Einzeldosis parenteral als auch bei wiederholter Gabe oral oder rektal für den gestillten Säugling gut verträglich zu sein. 

Empfehlung

Butylscopolamin kann in der Stillzeit angewendet werden. Jedoch sollte bei mehrmaliger parenteraler Gabe beim Säugling auf anticholinerge Symptome geachtet werden. 
 


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