Buspiron

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Das als Anxiolytikum eingesetzte Buspiron und seine Hauptmetaboliten wirken vor allem serotonerg und noradrenerg. GABA-Rezeptoren werden nicht beeinflusst. Buspiron wirkt auch nicht sedierend und besitzt kein Abhängigkeitspotential. Die anxiolytische Wirkung entfaltet sich erst nach einer Latenzzeit von etwa 2 Wochen.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Symptomatische Behandlung von Angstzuständen.

  • Produktnamen

    Anxut®, Busp®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

Insgesamt wurden fast 200 Schwangerschaftsverläufe unter Buspiron dokumentiert. Der Großteil stammt aus einer schwedischen Registerstudie und wurde nur in der Gesamtgruppe der Sedativa (ohne separate substanzspezifische Analyse) hinsichtlich möglicher Fehlbildungen ausgewertet. Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko fanden sich nicht. Auch im Tierversuch zeigten sich keine embryotoxischen oder teratogenen Effekte.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten sind bei Einnahme von Buspiron bis zur Geburt Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich. Diese treten in der Regel innerhalb der ersten Tage nach der Geburt auf und können mit neurologischen, gastrointestinalen und kardiorespiratorischen Symptomen einhergehen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Bei einer medikamentösen Neueinstellung sollten besser untersuchte Substanzen bevorzugt werden, wenn dies aus therapeutischer Sicht möglich ist. Wenn Buspiron verglichen mit anderen Substanzen im individuellen Fall eindeutig wirksamer ist, kann es auch in der Schwangerschaft weiter eingenommen werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Bei Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden. Die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, um Krisen bei der Mutter und fetalen Entwicklungskomplikationen (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) rechtzeitig begegnen zu können. In den ersten Lebenstagen ist beim Neugeborenen auf Anpassungsstörungen zu achten. Die Entbindung sollte daher in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Abhängig vom individuellen Rückfallrisiko und nur dann, wenn es die klinische Situation erlaubt, kann ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin die Medikation pausiert oder in der Dosis reduziert werden, um dem Neugeborenen die Anpassung nach der Geburt zu erleichtern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser erprobte Alternativen:

Abhängig von der individuellen Indikation. Als unspezifisch sedierende Medikation kommen z.B. Promethazin oder Amitriptylin infrage, bei Angsterkrankungen die medikamentöse Einstellung auf Sertralin oder Citalopram.

Stillzeit

Es liegen publizierte Erfahrungen zu 2 Mutter-Kind-Paaren vor.

Pharmakokinetik

HWZ: 2-3 h, wirksame Hauptmetaboliten mit wesentlich höheren Plasmaspiegeln als die Muttersubstanz Buspiron sind 6-Hydroxy-Buspiron und 1-(2-Pyrimidinyl)-Piperazin (1-PP), letzteres mit einer HWZ von 6 h; Proteinbindung: 95 %; molare Masse: 386; orale Bioverfügbarkeit: 4 % aufgrund eines sehr hohen first-pass-Metabolismus.

Klinik

Insgesamt unzureichende Datenlage. Eine Falldarstellung berichtet über krampfartige Symptome eines Kindes, die im Alter von drei Wochen und erneut mit vier Monaten auftraten, sowie über einen Zyanose-Anfall im Alter von 5 Monaten. Die Mutter hatte neben Fluoxetin und Carbamazepin auch Buspiron eingenommen. Die Muttersubstanz Buspiron war weder in der Muttermilch noch im maternalen und kindlichen Plasma nachweisbar, die Plasmaspiegel der Hauptmetaboliten wurden jedoch nicht untersucht. Die Komedikation mit Carbamazepin könnte via Enzyminduktion zu einer beschleunigten Metabolisierung von Buspiron geführt haben. Das Kind entwickelte sich im weiteren Verlauf normal und zeigte im Alter von einem Jahr keine neurologischen Auffälligkeiten. Die Autoren stellen keinen Zusammenhang zwischen maternaler Buspiron-Einnahme und den Symptomen des Kindes her, sondern diskutieren einen Zusammenhang mit den vergleichsweise hohen Fluoxetin-Spiegeln des Kindes.
Ein weiterer Fallbericht beschreibt keine unerwünschten Wirkungen beim Kind unter niedrig dosierter maternaler Buspiron-Therapie.

Empfehlung

Stillen ist bei Monotherapie und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Treten anders nicht erklärbare Symptome wie Sedierung, gastrointestinale Symptome, Trinkschwäche oder Unruhe beim Kind auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.


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