Gefördert durch

Bisoprolol

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Bisoprolol gehört zu den selektiven β1-Adrenorezeptorenblockern, die die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin an den ß-Rezeptoren aufheben. Als Folge wird die Erregungsleitung im AV-Knoten verlangsamt, die Herzfrequenz und das Schlagvolumen werden verringert. Auch in höherer Dosierung soll Bisoprolol keinen Einfluss auf die β2-Rezeptoren haben. Bisoprolol hat keine intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA). Es ist gut plazentagängig.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Arterielle Hypertonie, Angina pectoris, Herzinsuffizienz.

  • Produktnamen

    Concor® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Verschiedene Studien mit weit mehr als 5000 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen nach mütterlicher Betablocker-Therapie haben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht. Soweit einzelne Betablocker separat aufgeführt wurden, wurde Bisoprolol in mehr als 400 Schwangerschaften angewendet.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die Frage, welche Rolle Betablocker und welche die arterielle Hypertonie für das teilweise beobachtete geringere Geburtsgewicht exponierter Kinder („Small for gestational age“, SGA) spielt, ist nicht abschließend geklärt. In einigen Studien wurde eine solche Assoziation für Betablocker insgesamt oder für Bisoprolol beschrieben. Ähnliches gilt für Frühgeburtlichkeit, die - soweit untersucht - vermehrt auftrat, aber ebenfalls nicht von der Schwere der mütterlichen Hypertonie zu trennen ist.

Mindestens fünf Studien untersuchten, wie häufig eine neonatale β-Rezeptorenblockade bei Neugeborenen auftritt, die bis zur Geburt oder bis kurz zuvor Betablocker oder Bisoprolol exponiert waren. Eine solche äußert sich in Hypoglykämie, Bradykardie und selten in einer Hypotonie. Auch hier sind die Ergebnisse nicht einheitlich und reichen von keiner bis zu deutlich erhöhten Raten an Hypoglykämien und Bradykardien beim Neugeborenen.
 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Falls möglich, sollten besser untersuchte Antihypertensiva oder β-Rezeptorenblocker bevorzugt werden. Wenn Bisoprolol therapeutische Vorteile bietet, ist es auch akzeptabel.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Keine, außer Wachstumskontrolle beim Feten bei langdauernder Therapie. Ausschluss von Bradykardie, Hypoglykämie und insbesondere bei Frühgeborenen Atemstörungen (selten) bei Therapie bis zur Geburt. 

Ein Absetzen der Medikation 24–48 Stunden vor der Entbindung wird von manchen Autoren erörtert. Dieses Vorgehen ist kaum zu rechtfertigen. Die meist nur milden Symptome einer β-Rezeptorenblockade bessern sich beim Neugeborenen innerhalb von 48 Stunden folgenlos. Dennoch sollten Geburtshelfer und Pädiater über die mütterliche Medikation informiert sein.

Besser geeignete Alternativen

Alpha-Methyldopa als Antihypertensivum, Metoprolol als β-Rezeptorenblocker.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 10-12 h; Proteinbindung: 30%; molare Masse: 325; orale Bioverfügbarkeit: 80 - 90%.

Klinik

In einem Fallbericht wurde nach kurzfristiger Anwendung kein Bisoprolol in der Muttermilch nachgewiesen. Weitere Daten zum Übergang oder publizierte Erfahrungsberichte liegen nicht vor.

Empfehlung

Metoprolol ist wesentlich besser untersucht und sollte bevorzugt eingesetzt werden. Bei therapeutischem Vorteil von Bisoprolol kann auch hierunter weiter gestillt werden.


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