Azelastin

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Azelastin ist ein nicht sedierendes Antihistaminikum der 2. Generation. Antihistaminika hemmen die Wirkung von Histamin am H1-Rezeptor kompetitiv. Azelastin wird meistens lokal in Form von Augen- oder Nasentropfen verwendet, steht jedoch auch in oraler Form zur Verfügung.  

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Symptomatische Behandlung der allergischen Rhinitis und Konjunktivitis.

  • Produktnamen

    Allergodil®, Vividrin Akut® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Zur Anwendung von Azelastin im 1. Trimenon liegen keine publizierten Studien vor. Hinweise auf eine teratogene Wirkung sind bisher nicht bekannt geworden. 

2.-3. Trimenon / Perinatal

Systematische Studien zur Anwendung im 2. und 3. Trimenon liegen nicht vor, ein fetotoxischer Effekt erscheint unwahrscheinlich.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Falls möglich, sollten besser untersuchte Antihistaminika vorgezogen werden. Eine lokale Anwendung an Auge und Nase von Azelastin ist möglich.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

Zur lokalen Anwendung Cromoglicinsäure oder ein nasales Glucocorticoid wie z.B. Budesonid. Sollte eine systemische Therapie mit einem Antihistaminikum erforderlich sein, sollten gut erprobte und bewährte Medikamente wie Loratadin oder Cetirizin vorgezogen werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 20 h, Metabolite: ca. 45 h; Proteinbindung: 80-90%; molare Masse: 418; orale Bioverfügbarkeit: 81%.

Klinik

Wie bei allen Antihistaminika kann bei länger dauernder Anwendung eine Sedierung bei dem gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden. Daten zum Übergang in die Muttermilch liegen nicht vor.

Empfehlung

Die lokale Anwendung von Azelastin scheint in der Stillzeit akzeptabel zu sein. Cromoglicinsäure oder ein corticoidhaltiges Nasenspray z.B. mit Budesonid stellen Alternativen dar. Bei einer systemischen Anwendung sollten Loratadin oder Cetirizin vorgezogen werden. 


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