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Acetazolamid

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Acetazolamid ist der erste zugelassene Carboanhydrasehemmstoff. Er kann jedoch nur systemisch angewendet werden. Carboanhydrasehemmer wurden ursprünglich als Diuretikum eingesetzt. Acetazolamid ist plazentagängig.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Glaukom, erhöhter Augeninnendruck, Pseudotumor cerebri.

  • Produktnamen

    Acemit®, Glaupax®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

Bisher wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beim Menschen beobachtet. Allerdings ist eine differenzierte Risikoeinschätzung trotz der sehr langen Markterfahrung nicht möglich. Tierexperimentell wurden bei Nagern und Kaninchen, aber nicht bei Primaten, nach hohen mütterlichen Dosierungen Extremitätenfehlbildungen beschrieben.

Die Erfahrungen zur Anwendung in der Schwangerschaft beruhen auf einer retrospektiven Studie mit 50 im 1. Trimenon wegen intrakraniellem Hochdruck behandelten Frauen und auf diversen Fallberichten bzw. mehreren Fallserien. Die mütterlichen Dosierungen lagen in allen Fällen zwischen 250 und 2000 mg /Tag. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wurden keine Fehlbildungen bei den exponierten Neugeborenen beschrieben. Nur ein Kind wies unter anderem Auffälligkeiten an Händen und Füßen auf. Die Genese der Fehlbildungen ist unklar.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die meisten Kinder zeigten keine Auffälligkeiten. Bei wenigen Neugeborenen wurden nach einer mütterlichen Therapie bis zur Geburt eine transiente metabolische Azidose sowie Elektrolytstörungen oder auch Dehydratation beobachtet.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Acetazolamid kann nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung und bei Fehlen besser untersuchter und geeigneter Alternativen auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden. 

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Nach Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer normalen vorgeburtlichen Entwicklung angeboten werden. Falls bis zur Entbindung therapiert wird, sollte sicherheitshalber eine Kontrolle des Säure-Basen-Haushaltes und der Elektrolyte beim Neugeborenen erfolgen. 

Besser geeignete Alternativen

Zur Behandlung des Glaukoms, siehe Glaukom.

Stillzeit

Die Erfahrungen beruhen auf vier Mutter-Kind-Paaren.

Pharmakokinetik

HWZ: 4 h; Proteinbindung: 90%; molare Masse: 222; relative Dosis: 1,3-4,2%; M/P-Quotient: 0,25; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik

Acetazolamid wurde in geringer Konzentration auch in der Milch nachgewiesen und war bei einem gestillten Säugling im Plasma an der unteren Nachweisgrenze bestimmt worden. Symptome sind bei gestillten Kindern bisher nicht berichtet worden.

Empfehlung

Zur Therapie des Glaukoms siehe dort. Ist eine Therapie mit Acetazolamid zwingend erforderlich, kann unter guter Beobachtung des Säuglings gestillt werden. Bei Frühgeborenen sollten vorsichtshalber die Elektrolyte kontrolliert werden.


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