Gefördert durch

Albendazol

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Albendazol ist ein neueres Benzimidazol-Antihelminthikum mit antiprotozoischer- und antihelminthischer Wirksamkeit gegen intestinale- und Gewebeparasiten. Es führt durch Unterbrechung des Metabolismus und Energiehaushaltes zum Absterben der Würmer, Larven und Eiformen. Albendazol wird enteral nur gering resorbiert und rasch in den aktiven Metaboliten Albendazolsulfoxid metabolisiert.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Hundebandwurm- (Echinococcus granulosus), Fuchsbandwurm- (Echinococcus multilocularis) und Trichinella spiralis-Infektionen.

  • Produktnamen

    Eskazole®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

Bisher sind die Erfahrungen zu Albendazol im 1. Trimenon begrenzt. Zusammengefasst gibt es über 70 ausgewertete Schwangerschaften, in denen bisher keine erhöhte Fehlbildungsrate erkennbar war. Eine differenzierte Risikobewertung ist aufgrund der Datenlage nicht möglich. In Tierversuchen an Ratten wurden u.a. kraniofaziale- und Skelettdeformitäten gesehen. Die geringe orale Bioverfügbarkeit beim Menschen lässt allerdings nur ein geringes Risiko vermuten. 

2.-3. Trimenon / Perinatal

Es existieren deutlich mehr Erfahrungen im 2. und 3. Trimenon. Mehrere tausend Schwangerschaften unter Albendazoltherapie erbrachten keine Hinweise auf fetotoxische Effekte.In Endemiegebieten scheint eine Albendazoltherapie im 2. und 3. Trimenon einen positiven Effekt auf mütterliche Anämie, Geburtsgewicht und neonatale Sterblichkeit zu haben.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Bei einer dringend zu behandelnden Echinokokkose darf Albendazol während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Insbesondere im ersten Trimenon ist die Indikation sehr kritisch zu prüfen. Für andere Wurmerkrankungen sollten besser erprobte Mittel bevorzugt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Nach Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden.

Besser erprobte Alternativen:

Mebendazol, Pyrviniumembonat.

Stillzeit

Es liegen publizierte Erfahrungen zu etwa 33 Mutter-Kind-Paaren vor. 

Pharmakokinetik

HWZ: 8,5 h, Proteinbindung: 70%; molare Masse: 265; relative Dosis: 0.08%-0.82%; M/P 0.6; orale Bioverfügbarkeit: <5% (bei fettreicher Nahrung höher).

Klinik

Bisher wurde über keine Auffälligkeiten bei gestillten Kindern berichtet. Da Albendazol nur gering oral resorbiert und auch in der Pädiatrie therapeutisch genutzt wird, sind Nebenwirkungen beim gestillten Säugling unwahrscheinlich.

Empfehlung

Albendazol kann bei behandlungspflichtiger Echinokokkose auch in der Stillzeit angewendet werden. Bei anderen Wurmerkrankungen sind besser erprobte Mittel wie Mebendazol oder Pyrviniumembonat zu bevorzugen.


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