Adapalen

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Adapalen ist ein rezeptorselektives Retinoid mit modulierender Wirkung auf die Zelldifferenzierung. Es hat antiinflammatorische Eigenschaften und wirkt ähnlich wie Tretinoin komedolytisch durch Beeinflussung der Keratinozyten-Differenzierung und der Keratinbildung.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    lokale Behandlung der Akne vulgaris

  • Produktnamen

    Differin®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Systemisch angewandte Retinoide sind heute nach Thalidomid die beim Menschen am stärksten teratogen wirkenden Arzneimittel.

Adapalen steht jedoch nur zur lokalen Anwendung zur Verfügung. Eine Metaanalyse prospektiver Studien mit Einschluss von fast 600 Schwangerschaften nach lokaler Retinoid-Therapie – davon jedoch nur 24 mit Adapalen – ermittelte keine signifikant erhöhten Fehlbildungs- oder Fehlgeburtsraten. Mit dieser Fallzahl kann jedoch nicht jegliches Risiko ausgeschlossen werden. Zudem gibt es wenige publizierte Einzelfälle, die den Verdacht haben aufkommen lassen, dass auch nach lokaler Anwendung Retinoid-typische Fehlbildungen auftreten können.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Es liegen keine Erfahrungen vor.
 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Adapalen sollte weder in der Schwangerschaft noch bei bestehendem Kinderwunsch eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Eine Behandlung versehentlich in die Frühschwangerschaft hinein sollte umgehend abgesetzt und eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer normalen Entwicklung angeboten werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser erprobte Alternativen:

Antiseptika, Antibiotika, z.B. lokal Erythromycin.
 

Stillzeit

Pharmakokinetik

Molare Masse: 412. Systemische Absorption nach lokaler Applikation gering, Plasmaspiegel der Mutter unterhalb der Nachweisgrenze. Es liegen keine Daten zum Transfer in die Muttermilch vor.

Klinik

Es liegen keine Erfahrungen vor.

Empfehlung

Adapalen sollte nicht im Brustbereich angewandt werden. Ansonsten scheint die Anwendung in der Stillzeit akzeptabel zu sein, wenn nicht durch großflächige und regelmäßige Anwendung oder durch Okklusion eine erhebliche Resorption angenommen werden muss.


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