Erläuterung zur "Ampel"

Tilidin

Produktnamen:
  • Valoron ®
  • und Generika 

Tilidin

Erläuterung zur "Ampel"

Tilidin

Produktnamen:
  • Valoron ®
  • und Generika 

Tilidin ist ein stark wirksames Analgetikum aus der Gruppe der Opioide, das immer in Kombination mit einem Opioid-Antagonisten (Naloxon) verwendet wird. Tilidin ist ein Prodrug mit schwacher Opioidwirkung. Die eigentliche Wirksubstanz ist Nortilidin. Naloxon ist ein reiner Opioid-Antagonist ohne agonistische Wirkung. Die Kombination aus Tilidin und Naloxon soll unter Beibehalten der analgetischen Wirkung das Missbrauchspotenzial vermindern.

Indikation: Bei starken und sehr starken Schmerzen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH (für Opioide als Gruppe)

1. Trimenon: Es liegen bisher keine Hinweise auf Embryotoxizität vor. Es gibt jedoch keine systematischen Untersuchungen zur Anwendung von Tilidin im ersten Trimenon.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Auch zur Anwendung im 2. und 3. Trimenon sowie perinatal gibt es nur wenige Erfahrungen. Alle morphinähnlichen Opiate können bei längerer Behandlungsdauer bzw. einer Therapie bis zur Geburt zur Atemdepression beim Neugeborenen und zu Entzugserscheinungen führen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Aufgrund fehlender systematischer Studien sollten besser untersuchte Substanzen bevorzugt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei wiederholter Verabreichung von Tilidin unter der Geburt muss mit einer Atemdepression, bei regelmäßiger Anwendung oder Abusus auch mit schweren Entzugserscheinungen beim Neugeborenen gerechnet werden. In solchen Fällen sollte die Entbindung in einem perinatologischen Zentrum erfolgen.

Besser erprobte Alternativen: Als Schmerzmittel sollten Paracetamol (ggf. mit Codein) oder bis Woche 28 Ibuprofen versucht werden. Von den zentral wirksamen Analgetika sind Tramadol oder auch Buprenorphin zu bevorzugen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 5 h; Proteinbindung: 25% (Nortilidin); molare Masse: 318; orale Bioverfügbarkeit: 99%. Details zum Übergang in die Muttermilch liegen nicht vor.

Klinik: Es gibt keine Erfahrungen zur Anwendung von Tilidin/Naloxon in der Stillzeit.

Empfehlung: Opioidanalgetika sollten in der Stillzeit möglichst nur kurzzeitig (nicht länger als zwei bis drei Tage) verwendet werden. Einzeldosen von Tilidin/Naloxon erfordern keine Einschränkung des Stillens. Bei Kindern mit Apnoeneigung ist Vorsicht geboten. Opioidanalgetika der Wahl für die Stillzeit sind je nach Indikation Morphin, Fentanyl und Codein (in Kombination mit Paracetamol oder Acetylsalicylsäure).

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