Wirkstoffe

Auswahlliste

Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 07/2008

Terbutalin

Produktnamen:
  • Aerodur ®
  • Bricanyl ®
  • Contimit ®
  • Terbul ®
  •  

Terbutalin ist ein direkt wirkendes Betasympathomimetikum mit vorwiegender ß2-Selektivität. Eine Stimulation der ß1-Rezeptoren kommt erst bei höheren Dosen zum Ausdruck. Terbutalin verursacht eine Erschlaffung der glatten Muskulatur in den Bronchien und Blutgefäßen sowie eine Relaxation der Uterusmuskulatur. Es hemmt auch die Freisetzung von Mediatoren aus den Mastzellen. Außerdem ist eine Steigerung der mukoziliären Clearance im Bronchialsystem nachweisbar, wobei der Wirkmechanismus noch nicht eindeutig geklärt ist. Es kann oral, subkutan oder inhalativ verwendet werden.

Indikation: Obstruktive Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, Bronchitis oder Lungenemphysem, wenn keine symptomorientierte Behandlung mit inhalativen β2-Sympathomimetika möglich ist. Eine Therapie mit Terbutalin sollte in Ergänzung zu einer entzündungshemmenden Dauertherapie mit Kortikoiden oder anderen entzündungshemmend wirkenden
Substanzen erfolgen. Terbutalin wird auch zur Tokolyse verwendet.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH (für Sympathomimetika als Gruppe).

1. Trimenon: Es gibt insgesamt keine Hinweise auf Teratogenität.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei Anwendung bis zur Geburt müssen dosisabhängig Wehenhemmung und beta-2-spezifische Effekte beim Fetus, z.B. Tachykardie und Hypoglykämie bedacht werden.
Besonders bei Kombination von ß2-Sympathomimetika mit Corticosteroiden steigt die Glukosekonzentration. Dies ist bei einer Schwangeren mit diabetogener Stoffwechsellage zu berücksichtigen.
Nach länger dauernder Tokolyse mit Terbutalin ist in Einzelfällen über eine vorübergehende postnatale Beeinträchtigung kardialer Funktionen (Bradykardie, metabolische Azidose, verminderte Gewebedurchblutung, herabgesetzte Diurese) bei den Kindern berichtet worden, die auf eine Down-Regulation von Beta-Rezeptoren im Myokard zurückgeführt wurde. Nach Absetzen von Terbutalin und Infusion von Dobutamin kam es zur Normalisierung. In einem Fall, in dem Terbutalin 10fach überdosiert wurde, wurde eine Myokardnekrose beim Kind beobachtet.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Terbutalin kann im Rahmen des Asthmatherapie-Stufenplans während der Schwangerschaft verwendet werden.
Eine Langzeittokolyse (länger als 24-48 Stunden) sollte ausgewählten Indikationen vorbehalten bleiben.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei Anwendung bis zur Geburt müssen Wehenhemmung und ß2-spezifische Effekte beim Fetus bedacht werden.

Besser erprobte Alternativen: Salbutamol ist unter den kurz wirksamen Betamimetika Mittel der ersten Wahl.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 3-4 h; Proteinbindung: 25%; molare Masse: 548; relative Dosis: 0,7%; M/P-Quotient: 1-2; orale Bioverfügbarkeit 50%. Nach oraler Anwendung durch die Mutter kein Terbutalinnachweis im Plasma der Säuglinge.

Klinik: Über toxische Wirkungen bei gestillten Säuglingen ist bisher nicht berichtet worden. Theoretisch kann eine starke Überdosierung auch beim Kind zu Unruhe und Tachykardie führen.

Empfehlung: Terbutalin gehört neben Salbutamol in der Stillzeit zu den Mitteln der Wahl unter den kurz wirksamen inhalierbaren Beta-2-Sympathomimetika.

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