Wirkstoffe
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Tacrolimus ist ein Makrolid aus Streptomyces, das als Immunsuppressivum in der Transplantationsmedizin eingesetzt wird. Es gibt orale, parenterale und dermale Zubereitungen.
Indikation: Prophylaxe und Behandlung der Transplantatabstoßung bei Organempfängern. Salbe: Behandlung des anderweitig therapieresistenten schweren atopischen Ekzems.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: MITTEL
1. Trimenon: Zur Zeit liegen retrospektive Fallberichte, Fallserien und eine kleine prospektiven Studie zu insgesamt etwa 200 meist organtransplantierten Schwangeren vor, die keine Hinweise auf Teratogenität beim Menschen ergeben.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Wie auch bei anderen Immunsuppressiva wurden höhere Raten an Präeklampsie, Frühgeburtlichkeit, niedrigerem Geburtsgewicht und Schnittentbindungen beobachtet. Zweierlei ist dabei zu bedenken: Zum einen wird Tacrolimus in der Regel nicht alleine verordnet, sondern zusammen mit Glucocorticoiden oder anderen Immunsuppressiva, die ihrerseits eine fetale Wachstumsrestriktion begünstigen können. Zum anderen liegt meistens eine schwere Grunderkrankung der Schwangeren vor, die auch selbst zu einem niedrigeren Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit und zur Symptomatik einer Präeklampsie beitragen kann. Im Vergleich zu Ciclosporin treten Hypertonie und Transplantatabstoßung seltener auf und die als Co-Medikation erforderliche Glucocorticoiddosis ist meist niedriger. Auf der anderen Seite kommt es unter Tacrolimus häufiger zu einem Gestationsdiabetes. Bei Neugeborenen werden häufiger Hyperkaliämie und passagere Einschränkungen der Nierenfunktion gesehen. Die bislang gravierendste Beobachtung war eine 36 Stunden andauerende Anurie bei einem Neugeborenen.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine stabil auf Tacrolimus eingestellte Patientin sollte nicht umgestellt werden. Wenn Prophylaxe oder Behandlung einer Transplantatabstoßung mit Tacrolimus eine größere Erfolgschance bietet als mit älteren Immunsuppressiva, darf es verordnet werden.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Exposition im 1. Trimenon sollte sicherheitshalber eine sonographische Feinuntersuchung angeboten werden. Bei langfristiger Einnahme ist eine sonographische Kontrolle des fetalen Wachstums zu empfehlen und das erhöhte Risiko für einen Gestationsdiabetes zu beachten. Beim Neugeborenen sollten der Kaliumwert und die Nierenfunktion (Urinmenge und Kreatinin) kontrolliert werden. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.
Besser erprobte Alternativen: Ciclosporin oder Azathioprin und Glucocorticoide, z.B. Prednisolon.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 4-57 h (orale und parenterale Anwendung), 70 h (topische Anwendung), Neugeborene: 12,4 h, leber- und nierentransplantierte Erwachsene: 11,7-15,6 h; Proteinbindung: 99%; molare Masse: 822; relative Dosis: 0,06; M/P-Quotient: 0,23; orale Bioverfügbarkeit: 14-32%.
Klinik: Die Erfahrungen nach oraler Therapie beschränken sich auf wenige Kinder, die klinisch keine Auffälligkeiten zeigten.
Empfehlung: Bei topischer Anwendung von Tacrolimus darf uneingeschränkt gestillt werden. Stillen unter systemischer Therapie ist vermutlich akzeptabel, wenn eine gute kinderärztliche Betreuung gewährleistet ist.
Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell
Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
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Die Beratung ist kostenlos.

