Psychische Störungen in der Schwangerschaft

Die häufigsten affektiven Symptome in der Schwangerschaft sind depressive Verstimmungen und vielfältige Ängste, aber auch Euphorie bzw. gehobene Stimmungslage sowie rasche Stimmungswechsel kommen vor (etwa je 10%).

Selten kommt es zum Auftreten schwerer psychischer Störungen, also z. B. einer affektiven, schizoaffektiven oder schizophrenen Psychose. Ob es einen schützenden Effekt der Schwangerschaft mit den hormonellen Veränderungen, also dem erheblichen Anstieg von Östrogenen und Progesteron für solche Erkrankungen gibt, ist nach wie vor nicht abschließend geklärt. Am häufigsten sind Wiedererkrankungen bei vorbestehenden psychischen Störungen, und zwar am ehesten, wenn eine vorbestehende Medikation wegen der Schwangerschaft abrupt abgesetzt wurde, ohne dass dafür hinreichende Gründe vorliegen oder ohne dass dies sinnvoll wäre.

Ist eine Behandlung mit Psychopharmaka in der Schwangerschaft erforderlich, steht eine Reihe von Präparaten zur Verfügung, die nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung auch in der Schwangerschaft gegeben werden können, ohne dass relevante Nebenwirkungen auftreten oder Spätfolgen beim Kind zu erwarten sind.