Eine Information für Betroffene und Angehörige

Auch wenn Sexualstörungen bei Männern mehr im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen (insbesondere seit der Einführung neuer Behandlungsstrategien von Erektionsstörungen), stellen auch Störungen der Sexualität bei Frauen ein nicht unerhebliches Problem dar.

Häufigkeit

Verlässliche Zahlen über die Häufigkeit von Sexualstörungen bei Frauen gibt es kaum, da Frauen möglicherweise noch mehr als Männer Hemmungen haben, sich wegen solcher Probleme um Hilfe zu bemühen. Aus den vorhandenen Untersuchungen kann man allerdings ableiten, dass Störungen der Sexualität bei Frauen viel häufiger sind als früher vermutet und dass eine hohe „Dunkelziffer“ besteht. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass Frauen meist  in der Lage sind, Sexualkontakte zu haben, selbst wenn sie unter einer Orgasmusstörung oder Lustlosigkeit leiden bzw. sogar wenn eine Abneigung gegen sexuelle Kontakte besteht.

Die Auswirkungen von Sexualstörungen

Die Fähigkeit zum Genuss von Sexualität ist bei Frauen wie bei Männern von vielen Faktoren abhängig: Anspannung, Stress, Müdigkeit, Angst, Unsicherheit, körperliche und psychische Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten oder Probleme in der Partnerschaft können die sexuelle Erlebnisfähigkeit vorübergehend beeinträchtigen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Werden solche lustlosen Momente jedoch zu einem dauerhaften Problem, kann das zu einer allgemeinen Verunsicherung führen. Fragen wie „Liebe ich meinen Partner nicht mehr?“, „Warum kann ich mich nicht richtig fallen lassen?“, „Bin ich nicht normal?“ können Selbstzweifel und Leistungsdruck erzeugen. Um diesen Situationen aus dem Weg zu gehen, ziehen sich manche Frauen ganz von ihrem Partner zurück, vermeiden sogar Streicheln, Küsse und manchmal jegliche Körperberührung, um den anderen „nicht zu ermutigen“, mehr zu wollen.

Die verschiedenen Arten von Sexualstörungen

Die wichtigsten Störungen der Sexualität bei Frauen sind: ein Mangel bzw. Verlust von Lust an Sexualität (gestörte Libido) bis hin zur völligen Abneigung gegen sexuellen Kontakt (Sexuelle Aversion), Schwierigkeiten bzw. die Unfähigkeit, einen Orgasmus zu erleben (Orgasmusstörung) sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) oder die Unfähigkeit, einen „normalen“ vaginalen Geschlechtsverkehr durchzuführen (Vaginismus).

Libidomangel und Libidoverlust

Die Libido (Lust zu sexuellen Aktivitäten) ist ebenso wie die Orgasmusfähigkeit sehr störanfällig, individuell verschieden und in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich. Sogar im Laufe des Menstruationszyklus gibt es Unterschiede in der Lust zur Sexualität (auch sexuelle Appetenz genannt), von großem Verlangen zu sexuellen Kontakten bis hin zum anderen Extrem, der sexuellen Aversion (völlige Abneigung gegen Sexualität). Neben Stress und Partnerschaftsproblemen können körperliche oder seelische Erkrankungen (z. B. neurologische oder Stoffwechselerkrankungen, Depressionen etc.) die Libido beeinflussen.

Orgasmusstörungen

Gerade bei Frauen ist die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, sehr störanfällig und in vielfältiger Weise abhängig von der körperlichen, psychischen und partnerschaftlichen Situation. Insgesamt ist das Erlangen einer normalen Orgasmusfähigkeit bei Frauen eine Art „Lernprozess“, bei dem die Frau ihren eigenen Körper und Stimulationsmöglichkeiten kennen lernen muss. Dabei kann die Selbstbefriedigung wichtig sein - wenn dabei eine Befriedigung möglich ist, ist grundsätzlich auch beim Verkehr mit einem Partner ein Höhepunkt möglich. Wichtig ist auch, dass ein Orgasmus nicht unbedingt etwas über die Qualität der sexuellen Beziehung aussagt; eine glückliche Sexualität ist durchaus auch ohne Höhepunkt möglich. Das Hauptmerkmal der Orgasmusstörung ist die Verzögerung oder das Fehlen des Orgasmus nach einer normalen sexuellen Erregungsphase. Von einer Orgasmusstörung muss man nicht ausgehen, wenn eine Frau Schwierigkeiten hat, einen „vaginalen“ Orgasmus zu erleben. Manche Frauen kommen sehr viel schneller bei anderen Techniken zum Höhepunkt (z. B. bei manueller oder oraler Befriedigung durch den Partner). Eine Orgasmusstörung kann lebenslang bestehen oder auch im Laufe des Lebens auftreten. Im ersten Fall kann z. B. eine eher sexualfeindliche Erziehung der Grund sein. Bei der erworbenen Orgasmusstörung liegt möglicherweise der Grund auch in Problemen in der aktuellen Beziehung. Körperliche Erkrankungen oder medikamentöse Einflüsse sind eher selten die Ursache einer Orgasmusstörung.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können Ausdruck einer körperlichen Erkrankung im Genitalbereich bzw. im Unterbauch sein (z. B. Entzündungen, Verwachsungen nach früheren Operationen, Zysten am Eierstock). Besonders wenn solche Beschwerden neu auftreten, sollte man dem durch eine gynäkologische Untersuchung frühzeitig nachgehen. Treten Schmerzen seit Beginn sexueller Aktivitäten auf und machen eventuell. sogar den Geschlechtsverkehr unmöglich, dann könnte der Grund eine Missbildung im Bereich der Geschlechtsorgane sein - bei Frauen aus anderen Kulturkreisen aber auch eine früher erfolgte Beschneidung. Für alle diese Fälle sollte eine frauenärztliche Untersuchung an erster Stelle stellen. Wird eine körperliche Ursache ausgeschlossen, dann handelt es sich möglicherweise um Vaginismus (siehe unten) oder eine Dyspareunie, wobei die Ursache am ehesten im psychischen Bereich liegt. Funktioniert bei prinzipiell vorhandener Lust zu Sexualität nur die Befeuchtung der Scheide nicht und sind nicht noch andere der unten genannten Störungen vorhanden, dann hilft hier vielleicht schon der Einsatz von Gleitmitteln oder auch eine hormonelle Behandlung (siehe dort).

Vaginismus

Als Vaginismus bezeichnet man die wiederkehrende oder anhaltende unwillkürliche Anspannung der Muskulatur im unteren Bereich der Scheide, so dass ein Eindringen des Penis, aber auch eines Fingers oder Instrumentes bei einer ärztlichen Untersuchung oder sogar eines Tampons unmöglich wird. Diese Anspannung der Muskulatur führt in der Regel zu Schmerzen und macht einen Geschlechtsverkehr meist unmöglich. Am ehesten tritt diese Störung bei Frauen auf, die negative Erfahrungen mit Sexualität gemacht haben oder aufgrund ihrer Vorgeschichte insgesamt Schwierigkeiten im Umgang mit Sexualität haben. Ernsthafte Partnerschaftsprobleme oder auch ein Kinderwunsch sind meist der Anlass zur ärztlichen Untersuchung.

Körperliche Erkrankungen und Medikamenteneinflüsse

Körperliche Erkrankungen –€œ besonders wenn sie den Unterleib betreffen –€œ führen manchmal zu vorübergehenden Störungen der sexuellen Erlebnisfähigkeit. Kommt es zu dauerhaften Folgen für den Körper (z. B. nach Operationen) ist nicht selten das Selbstbewusstsein der Frauen beeinträchtigt, der psychische Faktor spielt dann eine erhebliche Rolle. Bei manchen Erkrankungen (wie etwa schweren seelischen Erkrankungen) können Störungen der Sexualität auch ein Symptom der Erkrankung sein, ebenso bei verschiedenen neurologischen oder Stoffwechselerkrankungen. Auch Medikamente können zu Störungen der Sexualität führen (z. B. Antidepressiva, Blutdruckmittelmittel o. ä.), Aufschluss gibt darüber in der Regel der Beipackzettel der Präparate.

Wechseljahre und Sexualität

Der Eintritt der Wechseljahre kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf das Sexualleben von Frauen haben. Positiv wirkt sich oftmals aus, dass Frauen die Angst vor einer Schwangerschaft verlieren und ihre Sexualität unbefangener leben können. Negativ können sich die körperlichen Veränderungen auswirken, die mit den Wechseljahren einhergehen. Symptome wie Hitzewallungen oder Schweißausbrüche verunsichern viele Frauen und führen zum Rückzug aus engen körperlichen Kontakten. Frauen fühlen sich oftmals auch körperlich unattraktiver und sind verunsichert durch Veränderungen in der Partnerschaft; dabei kann eine geringere sexuelle Aktivität des Partners auch ein Hinweis auf eine bei ihm liegende Störung der Sexualität sein. Durch eine gynäkologische Untersuchung sind Folgen eines Hormonmangels festzustellen (z. B. eine Veränderung in der Schleimhaut der Scheide mit einer geringeren Befeuchtung bzw. daraus folgenden Schmerzen beim Verkehr) und dann durch ein Hormonpräparat behandelbar. Die Abwägung von Nutzen und Risiken einer Hormonbehandlung sollte in jedem Einzelfall mit dem behandelnden Gynäkologen besprochen werden; dabei kann die „Verbesserung der Lebensqualität“, z. B. durch Verbesserung der Sexualität, auch ein wichtiges und ernstzunehmendes Ziel auf der Nutzen-Seite sein.

Sexualität und Alter

Ebenso wie Männer können auch Frauen bis ins hohe Alter sexuell aktiv sein. Durch die unterschiedlichen körperlichen Prozesse werden altersbedingte Veränderungen (wie etwa längere Zeit bis zum Eintreten einer Erregung) bei Frauen nicht so deutlich und führen nicht so rasch zu einem Gefühl des Versagens. Störungen der Sexualität durch altersbedingte Veränderungen (auch beim Partner) können ausgeglichen werden durch andere Techniken, den Einsatz von Hilfsmitteln (z. B. Gleitmittel, Vibratoren), mehr Zärtlichkeit, Ausleben von Phantasien und den Mut, „mal etwas neues auszuprobieren“. Ein Problem ist aber, dass für Frauen im Alter oft kein Sexualpartner mehr zur Verfügung steht, z. B. wenn der Ehemann bzw. Lebenspartner krank oder verstorben ist. Dann ist auch im höheren Alter Selbstbefriedigung eine Alternative. Schuld- oder Schamgefühle, die oft auf dem Hintergrund einer strengen Sexualerziehung entstehen, sind dabei völlig ungerechtfertigt.

Selbstbefriedigung

Selbstbefriedigung ist gerade bei jungen Frauen die erste Möglichkeit, ihre sexuellen Bedürfnisse zu entdecken und ihren Körper zu erkunden. Auch in späteren Jahren kann die Selbstbefriedigung (Masturbation) eine Ergänzung zum Sexualkontakt mit einem Partner oder auch ein Ersatz dafür sein. Manche Frauen machen auch die Erfahrung, dass nur bei der Selbstbefriedigung ein Orgasmus möglich ist –€œ z. B. wenn Probleme mit dem Partner bestehen oder sie Schwierigkeiten haben, sich in der gemeinsamen Sexualität „fallen zu lassen“.

Ansprechpartner und Behandlungsmöglichkeiten

Erster Ansprechpartner sollte in der Regel die Frauenärztin oder der Frauenarzt sein. Sie oder er kann mit einigen Untersuchungen abklären, ob eine körperliche Erkrankung Ursache der gestörten Sexualität ist oder ob die hormonelle Situation eventuell für die Störung verantwortlich ist (z. B. in den Wechseljahren). Erst wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind, sollte ein Arzt  oder Psychologe mit Erfahrung in der Sexualtherapie bzw. Sexualmedizin eingeschaltet werden.

In Abhängigkeit von der Ursache der sexuellen Störung kann eine Behandlung mit Medikamenten (z. B. Hormonen) oder auch eine Psychotherapie oder eine Kombination von beidem in Frage kommen. Um die beste Behandlung festzulegen, ist zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung und Erhebung der Vorgeschichte und aktuellen Lebenssituation erforderlich.

Eine Hormontherapie ist dann sinnvoll, wenn der Arzt eine Hormonstörung (wie etwa ein Überwiegen der männlichen Geschlechtshormone) festgestellt hat. Eine andere Indikation für eine Hormontherapie kann auch das Eintreten der Wechseljahre sein, um einen Östrogenmangel auszugleichen und die körperlichen Folgen dieses Östrogenmangels zu beseitigen (z. B. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch Veränderungen der Schleimhäute im Genitalbereich).

Wenn die Störung der Sexualität Folge einer körperlichen oder psychischen Erkrankung ist, kann die entsprechende Behandlung mit Medikamenten sinnvoll sein. Ist die gestörte Sexualität Folge einer Behandlung mit Medikamenten (in der Regel in den Beipackzetteln erwähnt), sollte eine Umstellung der Medikation versucht werden. Ansprechpartner dafür ist der verordnende Arzt, mit dem man auch über solche Nebenwirkungen von Medikamenten sprechen sollte.

Zur Behandlung von Erektionsstörungen bei Männern wurden verschiedene erektionssteigernde Mittel (das bekannteste ist Viagra) entwickelt. Es gibt einige Fallberichte, dass solche Mittel auch bei Frauen die sexuelle Erregungsfähigkeit steigern. Ergebnisse über die Wirkung solcher Präparate bei Frauen sind in kontrollierten Untersuchungen jedoch schwierig zu erheben, da bei Frauen Sexualität von besonders vielen Einflussfaktoren abhängt. Aus der praktischen Erfahrung ist zu vermuten, dass bei den meisten Sexualstörungen bei Frauen die Einnahme von Medikamenten zur Steigerung der sexuellen Erlebnisfähigkeit nur wenig Hilfe bringen wird.

Operationen sind nur dann sinnvoll, wenn eine angeborene Missbildung im Bereich der Geschlechtsorgane besteht oder wenn durch vorherige Operationen Veränderungen entstanden sind.

Psychotherapie und Sexualtherapie

Wichtig ist zunächst das offene Gespräch mit Ihrem Gynäkologen. Wenn Sie und Ihr Arzt zur Überzeugung gelangt sind, dass psychologische Faktoren (wie Depressionen, Lebenskrisen, Partnerschaftskonflikte, sexuelle Traumatisierung in der Vorgeschichte etc.) Ursache für die gestörte Sexualität sind, wird er Ihnen zur Vorstellung bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychiater raten, der sich dann ein genaueres Bild über die zugrundeliegende Problematik  macht und gegebenenfalls zu einer Psychotherapie rät. Auf dem jeweiligen Hintergrund wird dann die Art der Psychotherapie ausgewählt.

Sexualtherapie bzw. Sexualmedizin ist eine besondere Form der Psychotherapie, bei der die Sexualität im Mittelpunkt der Gespräche steht. Die Psychotherapeuten absolvieren vorher eine spezielle Ausbildung. Meist erfolgt die Behandlung des betroffenen Paares gemeinsam nach einem bestimmten Programm und mit vielen praktischen Übungen, die das Paar für sich allein praktiziert. Daraus resultiert in der Regel eine Verbesserung der sexuellen Beziehung.

Wenn ein Arzt die Behandlung einer Sexualstörung empfiehlt, übernimmt in der Regel die Krankenkasse die Kosten. Wird eine medikamentöse Therapie (z. B. mit Hormonpräparaten) durchgeführt, erfolgt ganz normal eine Verordnung über Ausstellung eines Rezeptes. Ist eine Psychotherapie bzw. eine Sexualtherapie erforderlich, werden die Kosten in der Regel ebenfalls von der Krankenkasse übernommen –€œ allerdings ist dafür ein spezieller Antrag nötig, den die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut zu Beginn der Behandlung stellt.

Austausch mit dem Partner

Bei bestehenden Problemen ist das Gespräch mit dem Partner von großer Wichtigkeit. Oft sorgt der Partner ganz unbewusst für „Leistungsdruck“ in einer sexuellen Beziehung, und dieser Druck kann dann wieder zu einer Verstärkung der Probleme führen. So kann allein das Ansprechen eines Problems schon eine ganze Menge Anspannung wegnehmen, manchmal sogar die sexuelle Beziehung völlig normalisieren. Ein offenes Gespräch ermöglicht es auch, mehr über die sexuellen Wünsche und Phantasien des anderen zu erfahren, wodurch wiederum nicht selten eine Belebung der Beziehung entsteht. Es mag große Überwindung kosten, ein solches Problem anzusprechen –€œ es nicht anzusprechen ist jedoch fast in jedem Fall auf längere Sicht viel belastender für eine Beziehung.

Homosexualität

Homosexualität gehört weder bei Frauen noch bei Männern zu den Störungen der Sexualität, sondern wird als andere „sexuelle Orientierung“ bezeichnet. Eine lesbische Veranlagung (also die sexuelle Anziehung durch andere Frauen) kann irgendwann im Leben einer Frau auftauchen, lesbische Erfahrungen bei jungen Mädchen und Frauen sind nicht selten auch Ausdruck eines sexuellen Entwicklungsprozesses. Von einer „bisexuellen Orientierung“ spricht man, wenn sich eine Person sowohl von Männern als auch Frauen sexuell angezogen fühlt.

Störungen der Geschlechtsidentität und Transsexualität

Transsexualität bedeutet, dass sich eine Frau innerlich als Mann fühlt, also als „Mann in einem falschen Körper“. Über die Ursachen ist wenig bekannt, meist beginnt die Störung schon im Kindesalter. Transsexuelle Frauen fühlen sich von Frauen sexuell angezogen, sehen sich aber selbst nicht als lesbisch, da sie sich ja als Mann in einem Frauenkörper fühlen. In manchen Fällen ist eine geschlechtsanpassende Operation sinnvoll, so dass der Körper dem männlichen Selbstbild angepasst wird. Voraussetzung ist allerdings vorher eine Begleitung und Beratung durch einen Psychotherapeuten, die Durchführung eines „Alltagstests“ sowie eine Begutachtung. Beratungsstellen für Transsexuelle gibt es in vielen Städten und im Internet (www.dgti.org).

Sexuelle Überaktivität

Eine Art von sexueller Überaktivität ist die sogenannte Nymphomanie mit wahllos wechselnden sexuellen Kontakten mit verschiedenen Männern zur Befriedigung des Sexualtriebes. Wenn es sich dabei nicht um Prostitution handelt, könnte es sich um eine sexuelle Störung handeln; allerdings ist echte Nymphomanie insgesamt sehr selten. Von Nymphomanie spricht man nicht, wenn eine Frau sexuell sehr aktiv und erlebnisfähig ist und selbst die Initiative ergreift.

Eine plötzlich auftretende Steigerung der Libido kann auch Symptom einer Manie sein (also einer psychischen Störung mit gehobenem Lebensgefühl, gesteigertem Selbstbewusstsein, dem Gegenteil einer Depression) –€œ oder auch nur Zeichen für eine gut funktionierende Partnerschaft.