Erläuterung zur "Ampel"

Pyrimethamin

Produktnamen:
  • Daraprim ®
  •  

Pyrimethamin

Erläuterung zur "Ampel"

Pyrimethamin

Produktnamen:
  • Daraprim ®
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Pyrimethamin ist ein Folsäureantagonist, der gegen Malaria- und Toxoplasmose-Erreger wirkt. Wegen einer Wirkungsverbesserung kombiniert man Pyrimethamin meistens mit einem Sulfonamid, bei Malaria ist dieses in der Regel Sulfadoxin. In Deutschland wird diese Kombination von Tropenmedizinern allerdings nicht mehr empfohlen.

Indikation: Malaria, Toxoplasmose.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Da Folsäureantagonisten im Tierversuch teratogene Effekte zeigten, wurde auch bei Pyrimethamin über ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko spekuliert. Die menschliche Folsäurereduktase ist sehr viel weniger empfindlich als die bakterielle, daher erscheint ein Risiko auf Grund eines Folsäuremangels unwahrscheinlich. In einer Reihe von Studien mit mehreren hundert im 1. Trimenon exponierten Schwangeren wurden keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gefunden.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine Malariatherapie muss auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Falls Pyrimethamin indiziert ist, sollte es auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Bei einer Therapie mit Pyrimethamin in der Frühschwangerschaft sollte in den ersten Wochen prophylaktisch maximal 0,8 mg Folsäure eingenommen werden. Eine höhere Dosierung wird nicht empfohlen, da bei einer täglichen Einnahme von 5 mg Folsäure die Effektivität von Pyrimethamin bei Malaria-Therapie abnimmt.
Bei Toxoplasmose ist Pyrimethamin in Kombination mit einem Sulfonamid Mittel der Wahl im 2. und 3. Trimenon.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der normalen Entwicklung des Feten kann nach Exposition im ersten Trimenon angeboten werden.

Besser erprobte Alternativen: Malaria: keine - Prophylaxe und Therapie der Malaria müssen sich an der aktuellen Resistenzlage der entsprechenden Region orientieren. Toxoplasmose: Bis zur 16. Schwangerschaftswoche wird in den aktuellen Leitlinien Spiramycin empfohlen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 92 h; Proteinbindung: 87%; molare Masse: 248; relative Dosis: 46,2%; M/P-Quotient: 0,2-0,43; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Die Erfahrungen zur Verträglichkeit von Pyrimethamin in der Stillzeit sprechen gegen ein nennenswertes Risiko für den gestillten Säugling.

Empfehlung: Bei einer kurzzeitigen Malariatherapie kann uneingeschränkt gestillt werden. Bei einer längerfristigen Einnahme sollte im Einzelfall entschieden werden, ob weiter gestillt werden kann.

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