Erläuterung zur "Ampel"

Pyridoxin

Produktnamen:
  • (k. A.)
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Pyridoxin

Erläuterung zur "Ampel"

Pyridoxin

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Synonym: Vitamin B6

Phosphorylierte Vitamin B6-Derivate wirken als Koenzyme in vielen enzymatischen Reaktionen, vorwiegend im Aminosäurestoffwechsel, und spielen eine wichtige Rolle bei der Synthese von Hämoglobin. Da Pyridoxin in fast allen Nahrungsmitteln vorkommt, sind Mangelerscheinungen selten. Die Therapie mit bestimmten Medikamenten (z.B. Isoniazid) oder das Vorliegen von seltenen Stoffwechselerkrankungen (z.B. Homozystinurie) kann jedoch zu einem Pyridoxin-Mangel führen. Der in Deutschland empfohlene Bedarf an Pyridoxin beträgt für Schwangere ab dem 4. Monat und Stillende etwa 1,9 mg/Tag. Die Konzentrationen von Pyridoxin beim Feten sind aufgrund eines aktives Transports durch die Plazenta etwa doppelt so hoch wie bei der Mutter. 

Indikation:  Prophylaxe und Therapie eines Vitamin B6-Mangels, off-label bei Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: SEHR HOCH

1. Trimenon: Pyridoxin wurde bzw. wird sowohl einzeln als auch zusammen mit Doxylamin als festes Kombipräparat in den USA und Kanada sehr häufig bei Schwangerschaftserbrechen eingesetzt. Aufgrund des langen Beobachtungszeitraumes und der guten Studienlage zum Kombipräparat mit über zehntausend ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen, bestehen keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung des Pyridoxins.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bisher sind bei üblicher Dosierung keine fetotoxischen Effekte beobachtet worden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Die Substitution mit Vitamin B6 ist nur ausnahmsweise, z.B. bei tuberkulostatischer Behandlung mit Isoniazid oder bei der Therapie eines Morbus Wilson mit D-Penicillamin, erforderlich. Falls tatsächlich eine Therapieindikation besteht (z.B. neuropathische Schmerzen, Resorptionsstörungen), sprechen derzeitige Erkenntnisse nicht gegen eine Behandlung. Zur Therapie einer Emesis gravidarum sollte eine Tagesdosis von 80 mg/Tag nicht dauerhaft überschritten werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine

Besser erprobte Alternativen: keine

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 15-20 d; Proteinbindung: >90%; molare Masse: 205; orale Bioverfügbarkeit: vollständig. Die Pyridoxin-Spiegel in der Muttermilch sind proportional zur mütterlichen Dosis.

Klinik: Nach mütterlicher Substitution mit Pyridoxin wurden beim Kind keine unerwünschten Wirkungen festgestellt. Hohe Dosen von Pyridoxin von 200-600 mg/d wurden in einer Arbeit mit Hemmung der Milchproduktion in Verbindung gebracht. Dies konnte in weiteren Untersuchungen nicht beobachtet werden, sodass bei einer Dosierung bis zu 20 mg/d keine negativen Effekte auf die Milchproduktion zu erwarten sind.

Empfehlung: Bei einer notwendigen Substitution von Pyridoxin kann weiter gestillt werden.

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