Väter können nach der Geburt Psychosen erleiden

Psychosen können im Einzelfall auch bei Männern nach einer Entbindung auftreten. Die Geburt ist als relevantes Lebensereignis (live event) Auslöser für die Erkrankung. Besondere Lebensereignisse finden sich häufig im Vorfeld psychischer Beschwerden bzw. vor dem wiederholten Auftreten einer Krankheit.

Nach einer Geburt ist auch die Psyche des Vaters durch seine veränderte Rolle in der Partnerschaft stark belastet. Für einen psychisch vorerkrankten Vater erfordert der Wechsel von der Zweier-Beziehung zur Dreier-Beziehung und seine Verdrängung in die zweite Reihe eine noch höhere psychische Anpassungsleistung als für gesunde Väter. Auch Schuldgefühle uns das Gefühl unfähig zu sein, weil man wegen der eigenen Erkrankung die Partnerin nicht wie gewünscht unterstützen kann, können auftreten. Psychosen müssen immer fachpsychiatrisch behandelt werden.

Die Männer mit psychischen Vorerkrankungen sollten um die Zeit der Geburt ihres Kindes herum Betreuung und Beratung suchen und annehmen. Die Partnerin wird einbezogen und gemeinsam mit dem Arzt werden Verhaltensstrategien auf beiden Seiten mit dem Ziel der Stärkung des Selbstbewusstseins des (werdenden) Vaters erarbeitet. Dazu gehört auch, den Vater soweit möglich in die Versorgung des Kindes mit einzubeziehen. Insbesondere eine gute Vater-Kind-Beziehung ist sehr bedeutend und sollte unterstützt und gefördert werden. Allerdings sind auch Grenzen der Belastbarkeit und die Notwendigkeit eines regelmäßigen Tagesablaufes und ausreichender Nachtschlaf zu berücksichtigen. Dies trägt dazu bei, beim Vater die erneute Erkrankung zu verhindern.