Erläuterung zur "Ampel"

Propylthiouracil

Produktnamen:
  • Propycil ®
  •  

Propylthiouracil

Erläuterung zur "Ampel"

Propylthiouracil

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Propylthiouracil ist ein Thyreostatikum, das oral gut resorbiert wird und den Iodeinbau in Thyreoglobulin und damit die Thyroxin-Produktion vermindert. Außerdem wird die im Thyreoglobulin-Molekül stattfindende Kopplungsreaktion von bereits iodierten Tyrosyl-Resten gehemmt. Propylthiouracil vermindert die Konversion von Thyroxin zu Trijodthyronin im peripheren Gewebe.

Indikation: Hyperthyreose verschiedener Ätiologie.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: In mehreren klinischen Studien hat sich weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gezeigt noch ein spezifisches Muster an Fehlbildungen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Aufgrund des guten diaplazentaren Übergangs kann es zu einer fetalen/neonatalen Hypothyreose und Struma kommen, die in schwerer Ausprägung aber kaum noch auftritt. Die Thyreostatikadosis sollte in der Schwangerschaft sorgfältig titriert und so niedrig wie möglich eingestellt werden. Beim Neugeborenen sollten die Schilddrüsenparameter circa 14 Tage nach der Geburt kontrolliert werden - zusätzlich zum Schilddrüsenscreening, das in Deutschland bei der 2. Vorsorgeuntersuchung (U2) durchgeführt wird. Einige Fallsammlungen untersuchten die physische und intellektuelle Langzeitentwicklung von exponierten Kindern und fanden keine Auffälligkeiten.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Propylthiouracil (PTU) galt bisher als Mittel der ersten Wahl bei Kinderwunsch, da es nicht im Verdacht steht, Fehlbildungen zu verursachen. Diese Empfehlung wird inzwischen kontrovers diskutiert, da die sehr selten auftretende schwere Lebertoxizität bei PTU behandelten Patienten häufiger auftritt als nach Carbimazol/Thiamazol. Siehe auch Aktuelles.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei allen Thyreostatika sollte zusätzlich zum Screening der Schilddrüsenparameter bei der pädiatrischen Vorsorgeuntersuchung U2 eine Kontrolle 14 Tage später angestrebt werden.

Besser erprobte Alternativen: keine, siehe aber auch Carbimazol oder Thiamazol.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 1-2 h; Proteinbindung: 80%; molare Masse: 170; relative Dosis: 1,5%; Anteil einer therapeutischen Säuglingsdosis von 4 mg/kg/d: 2,5%; M/P-Quotient: 0,1; orale Bioverfügbarkeit: 50-95%.

Klinik: Symptome wurde auch bei jungen voll gestillten Säuglingen nicht beschrieben.   

Empfehlung: Unter Propylthiouracil darf gestillt werden. Siehe aber auch "Aktuelles" und Carbimazol bzw. Thiamazol.

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