Wirkstoffe
Auswahlliste
Niederpotentes klassisches Neuroleptikum aus der Gruppe der Phenothiazine. Zusätzliche antiallergische, sedierende und antiemetische Wirkungen, daher häufig als Bedarfsmedikation eingesetzt.
Indikation: Unruhe- und Erregungszustände bei psychiatrischen Erkrankungen; Allergien; Reservemittel bei Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: HOCH
1. Trimenon: Speziell zu Promethazin liegen Ergebnisse zu mehr als 1000 Schwangerschaften vor, die keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht haben. Auch nach Überdosis in suizidaler Absicht in 11 Fällen wurde kein embryotoxisches Risiko beobachtet. Bei den Phenothiazinen generell wurden beim Menschen bislang keine teratogenen Effekte beobachtet. Im Tierversuch war Promethazin nicht teratogen.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei Therapie bis zur Geburt sind Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, wie z.B. Unruhe, Sedierung und Trinkschwäche oder/und extrapyramidale Symptome möglich. Bei peripartaler Gabe von Promethazin in Kombination mit Pethidin kann die Variabilität der fetalen Herzfrequenz sinken. In älteren Arbeiten ist eine Hemmung der Thrombozytenaggregation bei Mutter und Kind bei peripartaler Verwendung beobachtet worden, die ohne klinische Auswirkungen blieb. Diese Ergebnisse wurden nicht bestätigt und eine erhöhte Blutungsneigung während der Geburt nach Promethazingabe wurde bisher nicht beschrieben.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Promethazin kann als niederpotentes Neuroleptikum verordnet werden. Kein Therapiewechsel bei einer stabil eingestellten Patientin.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und engmaschige psychiatrische Kontakte, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. In den Tagen nach der Geburt auf Anpassungsstörungen beim Kind achten. Soweit klinisch vertretbar, kann ca. eine Woche vor der Entbindung eine Reduktion der Dosis, evtl. auch das vorübergehende Absetzen erwogen werden, um das Risiko der Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu mindern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden
Besser erprobte Alternativen: Keine in der Gruppe der niederpotenten klassischen Neuroleptika. Steht schwangerschaftsbedingtes Erbrechen im Vordergrund, kommen zunächst z.B. Meclozin, Doxylamin infrage. Siehe auch Hyperemesis Gravidarum. Bei Allergien Loratadin, Cetirizin.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 8-15 h; Proteinbindung: 76-93%; molare Masse: 284; orale Bioverfügbarkeit: 100% (nach Leberpassage 25%).
Klinik: Das Auftreten toxischer Symptome durch Promethazin in der Milch ist unwahrscheinlich, es liegen jedoch keine publizierten Erfahrungen vor.
Empfehlung: Stillen ist unter Monotherapie und bei guter Beobachtung des Kindes akzeptabel. Treten anders nicht erklärbare Symptome wie Sedierung, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.
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