Erläuterung zur "Ampel"

Pregabalin

Produktnamen:
  • LYRICA ®

Pregabalin

Erläuterung zur "Ampel"

Pregabalin

Produktnamen:
  • LYRICA ®

Das Antiepileptikum Pregabalin ist ein Analogon des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure und bindet an spannungsabhängige Calciumkanäle im zentralen Nervensystem. Tierversuche ergaben Hinweise auf Störungen der weiblichen und der männlichen Fertilität, wurden bislang aber klinisch nicht bestätigt. Pregabalin wird praktisch nicht metabolisiert, sondern unverändert über die Nieren ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob sich während einer Schwangerschaft Veränderungen der Pharmakokinetik ergeben. 

Indikation:  Zusatztherapie bei Epilepsie; generalisierte Angststörungen; neuropathische Schmerzen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Zur Anwendung am Menschen gibt es keine veröffentlichten Erfahrungen. Aus den uns vorliegenden Falldokumentationen ergibt sich bislang kein Hinweis auf ein spezifisches Risiko. Wie bei anderen Antiepileptika, insbesondere bei Kombinationstherapie, ist ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko jedoch nicht auszuschließen.
In Tierversuchen an Ratten und Kaninchen wurden Skelettanomalien und Neuralrohrdefekte nach hohen Dosen Pregabalin beobachtet.  Entwicklungstoxische Effekte traten auch bereits bei Dosierungen auf, die lediglich dem 2fachen der therapeutischen Dosis entsprachen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten muss bei Langzeitbehandlung mit Pregabalin bis zur Geburt mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen gerechnet werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Pregabalin kann aufgrund unzureichender Erfahrungen primär nicht empfohlen werden. Ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, insbesondere durch Kombinationstherapie, ist nicht auszuschließen. Die Behandlungsindikation muss bei Planung einer Schwangerschaft kritisch geprüft werden. Wenn möglich, sollte die Therapie auf besser erprobte Mittel, wie z.B. Lamotrigin umgestellt werden.
Bei psychiatrischen Indikationen und neuropathischen Schmerzen sollte Pregabalin nicht verwendet und stattdessen etablierte Psychopharmaka (bzw. Analgetika) bevorzugt werden. Allerdings ist es auch bei diesen Indikationen zu verantworten, dass eine mit Pregabalin stabil eingestellte Patientin ihre Medikation fortsetzt, wenn die Einstellung sehr schwierig war.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen! Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine stabil eingestellte Patientin kann ihre Therapie mit Pregabalin beibehalten, allerdings muss die Dosis geprüft und, wenn noch nicht geschehen, auf mehrere Einzeldosen verteilt werden. Bei nicht-epileptischen Indikationen sollte die Medikation jedoch nur dann fortgesetzt werden, wenn die Einstellung sehr schwierig war. Bei psychiatrischer Indikation sind sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und engmaschige Kontakte anzuraten, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. 
Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der normalen Entwicklung sollte nach Exposition im ersten Trimenon angeboten werden. Bei Behandlung bis zur Geburt sollte die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Bei Indikationen außerhalb der Epilepsie-Behandlung kann, soweit klinisch vertretbar, ca. eine Woche vor der Entbindung eine Reduktion der Dosis, evtl. auch das vorübergehende Absetzen erwogen werden, um das Risiko der Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu mindern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen! Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen:
Epilepsie: Lamotrigin.
Generalisierte Angststörung: Falls Antidepressiva in Frage kommen: Citalopram
SertralinVenlafaxin. Auch nichtmedikamentöse Behandlungsmöglicheiten, z.B. Psychotherapie in Betracht ziehen.
Neuropathische Schmerzen: niedrig dosierte Antidepressiva, z.B. Amitriptylin. Siehe auch unter Schmerztherapie.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 6,3 h; Proteinbindung: keine; molare Masse: 159; orale Bioverfügbarkeit: >90%.

Klinik: Es liegen keine Erfahrungen vor. 

Empfehlung: Stillen ist bei Monotherapie und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.