Erläuterung zur "Ampel"

Pregabalin

Produktnamen:
  • LYRICA ®
  • und Generika

Pregabalin

Erläuterung zur "Ampel"

Pregabalin

Produktnamen:
  • LYRICA ®
  • und Generika

Pregabalin ist ein Analogon des inhibitorischen Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Es bindet nicht direkt an GABA-Rezeptoren, sondern an spannungsabhängige Calciumkanäle im zentralen Nervensystem. Pregabalin besitzt ein gewisses Abhängigkeitspotenzial. Es wird zum überwiegenden Teil unverändert über die Niere ausgeschieden. Möglicherweise ist die renale Clearance von Pregabalin in der Schwangerschaft erhöht. Pregabalin ist plazentagängig.

Indikation: Neuropathische Schmerzen, generalisierte Angststörung, Zusatztherapie bei Epilepsie.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Studien mit insgesamt fast 800 im 1. Trimenon exponierten Schwangerschaftsverläufen haben heterogene Ergebnisse erbracht. Während die Autoren einer prospektiven, multizentrischen Kohortenstudie ihre Ergebnisse als Signal für ein möglicherweise leicht erhöhtes Fehlbildungsrisiko werteten, wurde dieses Signal in anderen Studien nicht gefunden: Weder Daten aus dem norwegischen Geburtenregister noch eine US-amerikanische Registerstudie ergaben Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach Pregabalin-Exposition. Tierexperimentelle Studien erbrachten Hinweise auf Organentwicklungsstörungen, zumindest in hohen Dosen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei Einnahme von Pregabalin bis zur Geburt muss wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen gerechnet werden. Die Pregabalin-Konzentration im Nabelschnurblut betrug bei zwei Neugeborenen durchschnittlich das 1,3fache der mütterlichen Plasmakonzentration.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Bei einer Neueinstellung sollten besser untersuchte Substanzen bevorzugt werden, wenn dies aus therapeutischer Sicht möglich ist.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei Exposition im 1. Trimenon kann eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden. In den ersten Lebenstagen ist beim Neugeborenen auf Anpassungsstörungen zu achten. Die Entbindung sollte daher in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen! Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Bei neuropathischen Schmerzen z.B. Amitriptylin, bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam. Bei generalisierter Angststörung gut untersuchte Antidepressiva, auch sollten nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden, insbesondere Psychotherapie.

Stillzeit

Publizierte Erfahrungen liegen zu 10 Müttern vor, bei denen pharmakokinetische Parameter zu Pregabalin in der Milch untersucht wurden. Die Kinder wurden während der Pregabalin-Einnahme nicht gestillt.

Pharmakokinetik: HWZ: 6,3 h, beim Neugeborenen vermutlich deutlich länger (in einem Fallbericht wurde eine HWZ von 17 h beim Neugeborenen errechnet); Proteinbindung: keine; molare Masse: 159; relative Dosis: etwa 7 %; M/P-Quotient: im Zeitverlauf durchschnittlich etwa 0,76; orale Bioverfügbarkeit: > 90 %.

Klinik: Klinische Beobachtungen gestillter Kinder fehlen bisher.

Empfehlung: Volles Stillen ist bei hohen Dosierungen und insbesondere bei Früh- oder Neugeborenen eher kritisch zu beurteilen. Im Einzelfall kann das Stillen bei eher niedrigdosierter Monotherapie und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel sein. Dann sollte zwei bis drei Wochen nach der Geburt und ggf. im weiteren Verlauf der Plasmaspiegel des Kindes kontrolliert werden. Treten anders nicht erklärbare Symptome wie Sedierung, Trinkschwäche oder Unruhe beim Kind auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.