Erläuterung zur "Ampel"

Povidon-Iod

Produktnamen:
  • Betaisodona ®
  • Braunol ®
  • Braunovidon ®
  • Traumasept ®
  •  

Povidon-Iod

Erläuterung zur "Ampel"

Povidon-Iod

Produktnamen:
  • Betaisodona ®
  • Braunol ®
  • Braunovidon ®
  • Traumasept ®
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Povidon-Iod ist ein wasserlöslicher Komplex von Iod mit Povidon, der als Desinfektionsmittel bzw. Antiseptikum verwendet wird. Es ist u.a. als Salbe, Lösung und Vaginalzäpfchen erhältlich. Nur ca. 10-11% Iod sind aus dem Komplex verfügbar. Abhängig von der Art der Anwendung kann ein unterschiedlich großer Anteil des verfügbaren Iods systemisch resorbiert werden. Iod ist gut plazentagängig und reichert sich in der Muttermilch an. 

Indikation: Haut und Schleimhautdesinfektion, antiseptische Wundbehandlung, hygienische und chirurgische Händedesinfektion.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Hinweise auf teratogene Effekte bei vaginaler Anwendung in der Schwangerschaft haben sich in einer retrospektiven vergleichenden Untersuchung von fehlgebildeten und gesunden Kindern nach mütterlicher Povidon-Iod-Exposition nicht ergeben.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Die vermehrte Aufnahme von Iod während der Schwangerschaft kann zu Funktionsstörungen der fetalen Schilddrüse führen. Eine ungestörte fetale Schilddrüsenfunktion ist jedoch wichtig für die fetale ZNS-Differenzierung. Bei Vaginalspülungen unter der Geburt kann es zu einer vorübergehenden TSH-Erhöhung des Neugeborenen als Zeichen einer passageren Hypothyreose kommen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Iodhaltige Desinfizienzien dürfen in der Schwangerschaft nur kleinflächig für wenige Tage angewendet werden. Die Spülung von Körperhöhlen mit iodhaltigen Lösungen oder der Einsatz von Vaginalzäpfchen sollte unterbleiben. 

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine versehentliche Anwendung von iodhaltigen Desinfizienzien ist nach heutigem Wissen nicht mit bleibenden Schäden verbunden. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie über einen längeren Zeitraum oder große Mengen von iodhaltigen Desinfizienzien verwendet haben. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: z.B. Chlorhexidin; ggf. Wasserstoffperoxid; Propylalkohol, Isopropanol z.B zur Händedesinfektion. Bei vaginalen Infektionen gezielte antibakterielle oder antimykotische Therapie.

Stillzeit

Pharmakokinetik: M/P-Quotient: 15-65. Bei Anwendung auf der intakten Haut werden nur geringe Mengen an Iod resorbiert. 

Klinik: Iod wird stärker als jedes bisher untersuchte Medikament in der Muttermilch angereichert. Die wiederholte Desinfektion von großen Hautflächen oder eine vaginale Anwendung von iodhaltigen Desinfektionsmitteln kann zu einer Anreicherung von Iod in der Muttermilch führen und eine vorübergehende Hypothyreose beim Säugling verursachen.   

Empfehlung: Iodhaltige Desinfektionsmittel sollten nur kurzfristig bei kleinen Wunden und nicht im Schleimhautbereich angewendet werden. Bei versehentlich erfolgter längerer Exposition mit größeren Mengen, v.a. im Schleimhautbereich, kann eine Kontrolle der Schilddrüsenparameter beim gestillten Säugling erwogen werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.