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Erläuterung zur "Ampel"

Perphenazin

Produktnamen:

  • Decentan ®
  • ...und Generika

Perphenazin ist ein hochpotentes klassisches Neuroleptikum aus der Gruppe der Phenothiazine. Die antipsychotische Wirkung beruht vorrangig auf der Blockade von Dopamin-Rezeptoren. Neben der oralen Darreichungsform stehen Depotformen für die Langzeittherapie zur Verfügung.

Indikation: Akute psychotische Syndrome, katatone Syndrome, delirante und andere exogen-psychotische Syndrome, psychomotorische Erregungszustände, Langzeittherapie und Rezidivprophylaxe bei schizophrenen Psychosen; Reservemittel zur Behandlung des Erbrechens.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Speziell zu Perphenazin liegen veröffentlichte Ergebnisse zu etwa 100 Schwangerschaften vor. Daraus ergaben sich keine Hinweise auf ein teratogenes Risiko. In der bereits seit Jahrzehnten eingeführten und gut untersuchten Gruppe der Phenothiazine gibt es bislang keine Hinweise auf teratogene Effekte beim Menschen. Im Tierversuch ist Perphenazin unter sehr hohen Dosen teratogen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei Therapie bis zur Geburt sind Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, wie z.B. Unruhe, Sedierung, Trinkschwäche oder/und extrapyramidale Symptome möglich.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Perphenazin darf bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft verordnet werden, bei Neueinstellung sollte jedoch eine Monotherapie mit einer besser untersuchten Substanz bevorzugt werden. Kein Therapiewechsel bei einer stabil eingestellten Patientin.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine Ultraschall-Feindiagnostik kann im Falle einer erfolgten Behandlung in der Frühschwangerschaft zur Bestätigung der normalen Entwicklung angeboten werden. Im Übrigen sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und engmaschige psychiatrische Kontakte, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. Bei Gabe bis zur Geburt müssen Anpassungsstörungen beim Neugeborenen bedacht werden. Daher sollte in den ersten Lebenstagen die Beobachtung des Kindes gewährleistet sein und die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Soweit klinisch vertretbar, kann ca. eine Woche vor der Entbindung eine Reduktion der Dosis, evtl. auch das vorübergehende Absetzen erwogen werden, um das Risiko der Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu mindern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Empfohlene Alternativen: Aufgrund der klinischen Erfahrungen gehören Fluphenazin oder Flupenthixol aus der Gruppe der Phenothiazine/Thioxanthene, Quetiapin oder Risperidon aus der der atypischen Neuroleptika und Haloperidol aus der Gruppe der Butyrophenone zu den Mitteln der Wahl.

Stillzeit

Pharmakokinetik:  HWZ: 8-12 h; Proteinbindung: 90%; molare Masse: 404; relative Dosis: 0,1%; M/P-Quotient: 1,1; orale Bioverfügbarkeit: 40% aufgrund eines ausgeprägten First-Pass-Metabolismus.

Klinik: Es liegen keine Berichte über Symptome bei gestillten Kindern vor.

Empfehlung: Stillen ist unter Monotherapie und bei guter Beobachtung des Kindes akzeptabel. Treten anders nicht erklärbare Symptome wie Sedierung, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.