Wirkstoffe
Auswahlliste
Oxymetazolin, ein Imidazolderivat, ist ein alpha-adrenerg wirkendes Sympathomimetikum, das meistens topisch in der Form von Nasentropfen angewendet wird. Es wirkt vasokonstriktorisch und bewirkt so ein Abschwellen der Schleimhäute. Gelegentlich wird Oxymetazolin auch in Form von Augentropfen verwendet.
Indikation: Zum Abschwellen der Nasenschleimhaut, Rhinitis vasomotorica bzw. allergica. Symptomatische Therapie nicht erregerbedingter Bindehautentzündungen des Auges.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: HOCH
1. Trimenon: Hinweise auf eine mögliche teratogene Wirkung haben sich auch bei weit verbreitetem Einsatz in der Schwangerschaft nicht ergeben und sind aufgrund der bei normaler Anwendung allenfalls gering resorbierten Menge nicht zu erwarten.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Fetotoxische Effekte sind bei umfangreichem Einsatz in der Schwangerschaft bei normaler Dosierung nicht bekannt geworden. In einer kleinen Studie mit 12 Frauen konnte nach einer einzelnen Dosis von 0,05% Oxymetazolin keine signifikante Beeinflussung der Durchblutung des Uterus, der fetalen Aorta oder der Nabelschnurarterie nachgewiesen werden. Bei wesentlich höherer Dosierung können systemische Wirkungen wie z.B. eine Vasokonstriktion der Uterusgefäße und eine Minderperfusion der Plazenta mit Hypoxie und Bradykardie beim Feten letztendlich nicht ausgeschlossen werden.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine indikationsgerechte Anwendung von Oxymetazolin in therapeutischer Dosierung ist während der gesamten Schwangerschaft möglich. Dabei sollte die Anwendung nur über einige Tage erfolgen, um einer Gewöhnung und Schleimhautatrophie bei längerer, unkontrollierter Anwendung vorzubeugen.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine, bei chronischem Abusus jedoch unbedingt Versuch der Entwöhnung, ggf. mit (fach-)ärztlicher Unterstützung.
Besser erprobte Alternativen: Bei Rhinopathia gravidarum Kochsalzlösung, bei allergischen Erkrankungen gut untersuchte Antihistaminika.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 35 h; molare Masse: 296.
Klinik: Bei umfangreicher Anwendung in der Stillzeit wurden keine Symtpome bei gestillten Säuglingen berichtet. Daten zum Übergang in die Muttermilch liegen nicht vor, jedoch wird aufgrund der lokalen Anwendung und der geringen resorbierten Menge allenfalls mit einem geringen Übergang in die Muttermilch gerechnet.
Empfehlung: Oxymetazolin kann bei entsprechender Indikation in üblicher Dosierung auch in der Stillzeit angewendet werden.
Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell
Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.
Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.
Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.
Die Beratung ist kostenlos.

