Erläuterung zur "Ampel"

Oxycodon

Produktnamen:
  • Oxycontin ®
  • Oxygesic ®
  •  und Generika

Oxycodon

Erläuterung zur "Ampel"

Oxycodon

Produktnamen:
  • Oxycontin ®
  • Oxygesic ®
  •  und Generika

Oxycodon ist ein natürliches Opiumalkaloid mit Affinität zu κ-, μ- und δ-Opioidrezeptoren in Gehirn und Rückenmark. Es wirkt an diesen Rezeptoren als Opioid-Agonist ohne antagonistische Wirkung. Die therapeutische Wirkung ist vorwiegend analgetisch und sedierend. Oxycodon ist plazentagängig. Nikotinkonsum verstärkt den Effekt von Oxycodon.

Indikation: Starke bis sehr starke Schmerzen, die nur mit Opioidanalgetika angemessen behandelt werden können.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL 

1. Trimenon: Etwa hundert ausgewertete Schwangerschaften mit Oxycodon-Therapie im 1. Trimenon erbrachten keine Hinweise auf Teratogenität.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Die Gabe von Oxycodon bis zur Geburt kann zur Atemdepression beim Neugeborenen führen. Nach regelmäßiger Anwendung im 2./3. Trimenon und perinatal muss mit neonatalen Entzugssymptomen wie Tremor, Diarrhoe, Trinkschwäche und Zittrigkeit gerechnet werden. Diese können auch verzögert (40 bis 72 Stunden postpartal) auftreten und eine Tage bis Wochen dauernde Behandlung erfordern.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:  Oxycodon ist bei strenger Indikationsstellung akzeptabel. Es sollte nur kurzzeitig angewandt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei Abusus und nach regelmäßiger Einnahme im 2./3. Trimenon oder bis zur Geburt sollte eine Entbindung in einem perinatologischen Zentrum erfolgen, um die optimale Versorgung des Neugeborenen zu gewährleisten.

Besser erprobte Alternativen: Schmerzmittel der 1. Wahl sind Paracetamol (ggf. in Kombination mit Codein) oder bis Woche 28 Ibuprofen. Sollte ein zentral wirksames Analgetikum indiziert sein, sind Tramadol oder Buprenorphin zu bevorzugen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 4-6 h; Proteinbindung: 38-45%; molare Masse: 351; relative Dosis: 3%; M/P-Quotient: 3,42; orale Bioverfügbarkeit: 50%. 

Klinik: Bisher gibt es keine Berichte über negative Auswirkungen auf den gestillten Säugling.  

Empfehlung: Opioidanalgetika sollten in der Stillzeit nur kurzzeitig angewendet werden. Eine längerfristige Therapie sollte während der Stillzeit unterbleiben und in den ersten beiden Lebenswochen kritisch geprüft werden. Wegen der atemdepressiven Wirkung ist bei Kindern mit Apnoeneigung besondere Vorsicht geboten. Analgetika der Wahl sind Paracetamol oder NSAR wie Ibuprofen.   Fentanyl und Morphin sind je nach Indikation die Opioidanalgetika der Wahl. 

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