Erläuterung zur "Ampel"

Oxybutynin

Produktnamen:
  • Dridase ®
  • Kentera Pflaster ®
  • Lyrinel ®
  • Spasyt ®
  • und Generika 

Oxybutynin

Erläuterung zur "Ampel"

Oxybutynin

Produktnamen:
  • Dridase ®
  • Kentera Pflaster ®
  • Lyrinel ®
  • Spasyt ®
  • und Generika 

Oxybutynin ist ein synthetisches tertiäres Amin mit antimuskarinerger Wirkung. Im Unterschied zu Atropin hat es zusätzlich eine direkte spasmolytische Wirkung an der glatten Muskulatur ( u.a. der Harnblase). Es wird hauptsächlich oral und transdermal angewendet.

Indikation: Harninkontinenz und Pollakisurie bei Detrusorüberaktivität, neurogene Blase.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Es gibt keine systematischen Studien zur Anwendung von Oxybutynin im 1. Trimenon. Hinweise auf eine teratogene Wirkung beim Menschen liegen bisher nicht vor. Im Tierversuch wurden bei einer Dosis, die der therapeutischen Dosis beim Menschen entspricht, ebenfalls keine teratogenen Wirkungen gesehen. Nur bei wesentlich höherer Dosierung wurden bei Ratten teratogene Effekte beschrieben. 

2.-3. Trimenon / Perinatal: Systematische Studien zur Anwendung von Oxybutynin liegen nicht vor. 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Anticholinergika können bei strenger Indikationsstellung in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Bei bestimmten Arten der Blaseninkontinenz erscheint auch das weit verbreitete Oxybutynin akzeptabel, wenn die bestehende Unsicherheit aufgrund der fehlenden systematischen Studien im 1. Trimenon in Kauf genommen wird.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine weiterführende Ultraschalldiagnostik kann angeboten werden, wenn die Therapie im 1. Trimenon erfolgt ist. Funktionelle Auswirkungen, z.B. auf die Herzfrequenz des Feten, müssen bei systemischer Applikation von Anticholinergika bedacht werden. 

Besser erprobte Alternativen: Bei Blasenschwäche keine.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2-3 h; Proteinbindung: hoch; molare Masse: 393; absolute Bioverfügbarkeit: 6%. 

Klinik: Säuglinge bzw. Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf atropinartige Präparate. Bisher gibt es aber keine Publikationen, in denen negative Auswirkungen beim Kind durch Gabe atropinartiger Mittel an die stillende Mutter beschrieben wurden. Publikationen zu Oxybutynin in der Stillzeit liegen nicht vor, ein nennenswerter Übergang in die Muttermilch erscheint aufgrund der geringen oralen Verfügbarkeit unwahrscheinlich.

Empfehlung: Bei Blaseninkontinenz erscheint das weit verbreitete Oxybutynin akzeptabel.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.