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Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 7/2010

Oseltamivir

Produktnamen:
  • Tamiflu ®
  •  

Oseltamivir ist ein Prodrug des aktiven Metaboliten Oseltamivircarboxylat, der selektiv die Neuraminidasen von Influenzaviren inhibiert. Die Umwandlung in die aktive Form erfolgt in der Leber, danach beträgt die systemische Verfügbarkeit etwa 80%. Die Elimination des wirksamen Metaboliten erfolgt zu fast 100% renal.

Neuraminidasehemmer haben allenfalls einen geringfügigen Einfluss auf Schwere und Dauer einer Grippeerkrankung.

Indikation: Influenza

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Tierexperimentell war Oseltamivir nicht fruchtschädigend. Eine prospektive Studie zweier japanischer Zentren mit 90 im 1. Trimenon exponierten Schwangeren fand keine erhöhte Fehlbildungsrate. Postmarketing-Daten des Herstellers zu 61 Schwangeren mit unklarem Expositionszeitpunkt ergaben keine spezifischen Auffälligkeiten.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko. Diskutiert wird, ob aufgrund der pharmakokinetischer Eigenschaften Oseltamivir bei fortgeschrittener Schwangerschaft höher dosiert werden sollte.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Wenn es sinnvoll und notwendig ist, können auch Schwangere ggf. antiviral behandelt werden. Die antivirale Therapie sollte vor Ablauf von 48 Stunden nach Symptombeginn gestartet werden. Eine notwendige Behandlung soll mangels vorliegendem Testergebnis nicht vorenthalten werden, jedoch sollte im 1. Trimenon, wenn die klinische Situation es erlaubt, eine Diagnosestellung vor der Medikamenteneinnahme angestrebt werden. Eine prophylaktische Gabe von Oseltamivir ist nicht indiziert. Im Einzelfall kann eine Postexpositionsprophylaxe nach Kontakt mit einem Influenza-Erkrankten im engen familiären Umfeld erwogen werden. Ob die Indikation für eine antivirale Therapie bei einer Schwangeren mit schweren Vorerkrankungen großzügiger gestellt werden sollte, muss individuell entschieden werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Therapie im 1. Trimenon sollte die normale Entwicklung des Feten mittels sonographischer Feindiagnostik kontrolliert werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: keine. Bei Resistenzentwicklung ggf. Zanamivir.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 6-10 h (aktiver Metabolit), 1-3 h (Prodrug); Proteinbindung: 3% (aktiver Metabolit), 42% (Prodrug); molare Masse: 312; relative Dosis: 0,5%; orale Bioverfügbarkeit: mindestens 75%.

Klinik: Symptome bei gestillten Kindern wurden bisher nicht beschrieben.

Empfehlung: Wenn Oseltamivir indiziert ist, darf darunter uneingeschränkt gestillt weden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.