Erläuterung zur "Ampel"

Nitrofurantoin

Produktnamen:
  • Furadantin ®
  • Nifurantin ®
  • und Generika

Nitrofurantoin

Erläuterung zur "Ampel"

Nitrofurantoin

Produktnamen:
  • Furadantin ®
  • Nifurantin ®
  • und Generika

Nitrofuranotin ist ein Harnwegstherapeutikum aus der Gruppe der Nitrofurane. Es wirkt überwiegend bakteriostatisch, wobei der genaue Wirkmechanismus noch nicht geklärt ist. Wegen allgemeiner Nebenwirkungen wird Nitrofurantoin in der Regel nur eingesetzt, wenn risikoärmere Wirkstoffe nicht verwendet werden können.

Indikation: Reserveantibiotikum bei therapieresistenten Harnwegsinfektionen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Die bisherigen Erfahrungen mit über 1000 exponierten Schwangeren sprechen gegen ein teratogenes Risiko von Nitrofurantoin. Lediglich einzelne Studien mit methodischen Schwächen fanden schwach signifikante Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, ohne dass ein typisches Muster erkennbar war.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Da Nitrofurantoin bei Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel hämolytische Reaktionen auslösen kann, wird diskutiert, ob ein erhöhtes Hämolyse-Risiko für intrauterin exponierte Feten besteht. Bis auf einen Einzelfall eines Neugeborenen mit hämolytischer Anämie, dessen Mutter im letzten Schwangerschaftsmonat Nitrofurantoin eingenommen hatte, sprechen die Erfahrungen gegen ein hohes Risiko. In einer aktuellen Veröffentlichung wurde allerdings ein leicht erhöhtes Risiko für eine Gelbsucht beim Neugeborenen nach Anwendung von Nitrofurantoin in den letzten 30 Tagen der Schwangerschaft beobachtet.
Fallberichte beschreiben schwere mütterliche Komplikationen (toxische Hepatitis, Pneumonitis) nach der Anwendung von Nitrofurantoin in der Schwangerschaft.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Nitrofurantoin ist ein Antibiotikum der 2. Wahl in der Schwangerschaft. Da es besser untersuchte und verträglichere Antibiotika gibt, sollte der Einsatz von Nitrofurantoin kritisch geprüft werden. Am Ende der Schwangerschaft sollte es möglichst gemieden werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine

Besser erprobte Alternativen: Penicilline, Cephalosporine, Makrolide.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 20-90 min; Proteinbindung: 50-90%; molare Masse: 238; relative Dosis: max. 10%; M/P-Quotient: 6%; orale Bioverfügbarkeit: 94%.   

Klinik: Nitrofurantoin geht nur gering in die Muttermilch über, so dass nicht mit nennenswerten Symptomen beim gestillten Kind zu rechnen ist. Im Einzelfall kann es zu dünnerem Stuhlgang, selten zu Durchfall kommen.

Empfehlung: Penicilline, Cephalosporine und Makrolide sind zu bevorzugen. Falls zwingend erforderlich, kann auch unter Nitrofuranoin gestillt werden. Bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit Hyperbilirubinämie oder Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel sollte die Indikation besonders kritisch geprüft werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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Die Beratung ist kostenlos.