Erläuterung zur "Ampel"

Nimodipin

Produktnamen:
  • Nimotop ®
  • und Generika 

Nimodipin

Erläuterung zur "Ampel"

Nimodipin

Produktnamen:
  • Nimotop ®
  • und Generika 

Nimodipin gehört zu den Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ, welche ihre Wirkung über eine Verminderung des Calciumeinstroms in glatte Muskelzellen der Blutgefäße ausüben. Es durchdringt aufgrund der hohen Lipophilie gut die Blut-Hirn-Schranke und scheint vorwiegend an zerebralen Arterien zu wirken.  

Indikation: Vorbeugung und Behandlung ischämischer neurologischer Defizite infolge zerebraler Vasospasmen nach aneurysmatisch bedingter Subarachnoidalblutung. Diese seltene Erkrankung tritt in der Schwangerschaft etwa 5mal häufiger auf als bei nichtschwangeren Frauen. Im Alter ist Nimodipin auch zur Behandlung hirnorganisch bedingter Leistungsstörungen zugelassen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL 

1. Trimenon: Mit Ausnahme einzelner Fallberichte liegen keine Erfahrungen vor. Für Calciumantagonisten, insbesondere für das strukturverwandte Nifedipin, haben sich insgesamt bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben. Im Tierversuch zu Nimodipin wurden ebenfalls keine teratogenen Wirkungen beobachtet.

2.-3. Trimenon / Perinatal: In einer Studie wurden über 800 Frauen mit schwerer Präeklampsie mit Nimodipin zur Krampfprophylaxe ab der durchschnittlich 36. Schwangerschaftswoche behandelt. Die Substanz erwies sich dabei gegenüber Magnesiumsulfat unterlegen. Die Neugeborenen zeigten keine besonderen Auffälligkeiten. Auch Fallberichte beschreiben unauffällige Schwangerschaftsausgänge. Ein Zusammenhang mit einer myokardialen Ischämie bei einem Neugeborenen nach mütterlicher Nimodipin-Therapie wurde in einem Fallbericht diskutiert, jedoch nicht bestätigt.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Bei strenger Indikationsstellung ist eine Therapie mit Nimodipin in der Schwangerschaft akzeptabel. Es liegen jedoch nur wenig dokumentierte Erfahrungen zur Anwendung in der Frühschwangerschaft vor.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der normalen Entwicklung sollte nach Exposition im ersten Trimenon angeboten werden.

Besser erprobte Alternativen: Bei Subarachnoidalblutung: Keine. Für diese Indikation muss die Therapie aufgrund der vitalen Bedrohung optimal gewählt werden. Zur Eklampsieprophylaxe bei bestehender Präeklampsie: Magnesiumsulfat. Calciumantagonisten sind in der Schwangerschaft Mittel der zweiten Wahl zur Behandlung einer Hypertonie. Der am besten untersuchte Stoff dieser Gruppe ist Nifedipin.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ 5–€œ10h; Proteinbindung: 97-99%; molare Masse: 418; relative Dosis: 0,1%; M/P-Quotient: 0,06–€œ0,33; gastrointestinale Resorption: 100%; orale Bioverfügbarkeit: 5–€œ15% (aufgrund eines First-Pass-Metabolismus).

Klinik: Es liegen keine dokumentierten Erfahrungen vor. Ein nennenswertes Risiko ist für das gestillte Kind aufgrund des geringen Überganges in die Milch jedoch nicht zu erwarten.

Empfehlung: Während einer Therapie mit Calciumkanalblockern darf gestillt werden. Falls therapeutisch möglich, sollte das besser untersuchte Nifedipin bevorzugt werden.

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