Erläuterung zur "Ampel"

Nifedipin

Produktnamen:
  • Adalat ®
  • und Generika 

Nifedipin

Erläuterung zur "Ampel"

Nifedipin

Produktnamen:
  • Adalat ®
  • und Generika 

Calciumantagonisten binden an die Calicumkanäle (vom L-Typ) und blockieren den spannungsabhängigen Einstrom von Calcium in die Zelle. Nifedipin ist der bekannteste Vertreter aus der Gruppe der Dihydropyridine, die den Blutdruck durch eine direkte Wirkung an der glatten Muskulatur senken und in üblicher Dosierung kaum einen Einfluss auf die Erregungsbildung am Sinusknoten und Erregungsleitung im AV-Knoten haben. Eine reflektorische  Herzfrequenzsteigerung ist jedoch möglich. Nifedipin ist plazentagängig.

Indikation: Chronisch stabile Angina pectoris, essentielle Hypertonie, Raynaud-Syndrom.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Aufgrund theoretischer Überlegungen und tierexperimenteller Daten wurde wegen der Calciumabhängigkeit vieler embryonaler Entwicklungsprozesse ein mögliches teratogenes Risiko der Calciumantagonisten diskutiert. Die vorliegenden Daten beim Menschen konnten das bisher nicht bestätigen. Für Nifedipin haben sich in 3 Studien mit knapp 150 im 1. Trimenon exponierten Schwangeren keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Außer zur Behandlung der arteriellen Hypertonie wird Nifedipin aufgrund der geringen Nebenwirkungen und der guten Wirksamkeit zunehmend auch als Tokolytikum verwendet. In Einzelfällen wurden ausgeprägte Blutdruckabfälle bei der Mutter sowie fetale Hypoxien beobachtet, wenn Nifedipin sublingual verabreicht bzw. gleichzeitig Magnesiuminfusionen gegeben wurden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Nifedipin kann in der gesamten Schwangerschaft zur Blutdrucksenkung eingesetzt werden (im 1. Trimenon als Antihypertensivum der 2. Wahl) oder als Tokolytikum. Keine sublinguale Einnahme oder im Zusammenhang mit i.v.-Gabe von Magnesium! 

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine (bei guter Verträglichkeit).

Besser erprobte Alternativen: Zur Behandlung der Hypertonie zunächst Mittel der ersten Wahl einsetzen wie Alpha-Methyldopa oder Metoprolol.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2,5-5 h, Neugeborene: 26,5 h; Proteinbindung: 95-98%; molare Masse: 346; relative Dosis: < 5%; M/P-Quotient: 1; orale Bioverfügbarkeit: >50%.

Klinik: Obwohl interindividuell Unterschiede bezüglich des Übergangs in die Muttermilch bestehen, ist die aufgenommene Dosis im Allgemeinen so gering, dass kein nennenswertes Risiko für das gestillte Kind zu erwarten ist. In einer Studie wurde die über die Muttermilch aufgenommene Menge mit weniger als 1,8% einer therapeutischen Säuglingsdosis angegeben. Schwere Symptome bei den gestillten Säuglingen wurden bisher nicht berichtet. Nifedipin wird zur Therapie des Raynaud-Phänomens der Brustwarze mit gutem Erfolg und Verträglichkeit für das Kind eingesetzt.

Empfehlung: Nifedipin gehört zu den Calciumantagonisten der Wahl in der Stillzeit.

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