Erläuterung zur "Ampel"

Mycophenolat

Produktnamen:
  • CellCept ®
  • und Generika 

Mycophenolat

Erläuterung zur "Ampel"

Mycophenolat

Produktnamen:
  • CellCept ®
  • und Generika 

Mycophenolatmofetil (MMF) ist ein Prodrug, das nach oraler Resorption in die aktive Mycophenolsäure (MPA) (Myfortic ®) metabolisiert wird. Es ist ein reversibler Inhibitor der Inosinmonophosphat-Dehydrogenase und führt so zur Hemmung der de-novo-Guanosinsynthese. MMF bzw. MPA ist plazentagängig.
 

Indikation: Zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungsreaktionen nach allogener Organtransplantation. Off-label bei schweren Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

 Erfahrungsumfang: Mittel

1. Trimenon: Die Erfahrungen zur Schwangerschaft stammen aus Transplantationsregistern, der Herstellerdatenbank von Roche und vor allem aus retrospektiven Fallbeschreibungen, durch die der teratogene Charakter der Substanz entdeckt wurde. Die Embryopathie besteht im Wesentlichen aus einer Kombination von Fehlbildungen des Ohres (Mikrotie und Atresie des äußeren Gehörganges) und Mundspaltbildungen, doch auch andere Fehlbildungen (Kolobome, Herzfehlbildungen, tracheoösophageale Atresien u.a.) sind beschrieben. In einer prospektiven Beobachtungsstudie europäischer teratologischer Zentren konnten 57 Schwangerschaftsverläufe mit mütterlicher MMF-Therapie ausgewertet werden: Das Spontanabortrisiko lag bei 45% und das Risiko für große Fehlbildungen bei 26%, darunter mindestens 4 Feten/Kinder mit dem Bild einer Mycophenolat-Embryopathie.

2.-3. Trimenon / Perinatal: In der Mehrzahl der bisherigen MMF-Schwangerschaften wurde das Medikament im 1. Trimenon abgesetzt, so dass die Erfahrungen im 2./3. Trimenon gering sind. Frühgeburtlichkeit und Kinder mit erniedrigtem Geburtsgewicht wurden beobachtet. Zu diskutieren ist, welchen Anteil daran die Grunderkrankung und welche die immunsuppressive Kombinationstherapie hat. MMF ist plazentagängig. Bei einer mütterlichen Therapie bis zur Entbindung können beim Säugling Plasmaspiegel erreicht werden, die im therapeutischen Bereich liegen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine Therapie mit Mycophenolat sollte bei Planung einer Schwangerschaft ab- bzw. umgesetzt werden und auch nicht in der Schwangerschaft begonnen werden. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung durchgeführt und bei einer langfristigen Therapie das intrautereine Wachstum sonographisch kontrolliert werden. Wenn es therapeutisch möglich ist, ist eine Umstellung der Medikation zu diskutieren. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: z.B. AzathioprinCiclosporin. Siehe auch rheumatoide Arthritis.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: Metabolite: 12-16 h; Proteinbindung: 97%; molare Masse: 433; orale Bioverfügbarkeit: 94%.

Klinik: Fallberichte zu gestillten Kindern liegen nicht vor. Ein Übergang in die Muttermilch wurde bei laktierenden Ratten beschrieben.

Empfehlung: Unter MMF oder MPA sollte nicht gestillt weden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.