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Erläuterung zur "Ampel"

Mycophenolatmofetil

Produktnamen:

  • CellCept ®
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Mycophenolatmofetil (MMF) ist ein Prodrug, das nach oraler Resorption in die aktive Mycophenolsäure (MPA) metabolisiert wird. Es ist ein reversibler Inhibitor der Inosinmonophosphat-Dehydrogenase und führt so zur Hemmung der de-novo-Guanosinsynthese. MMF bzw. MPA ist plazentagängig.

Indikation: Zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungsreaktionen nach allogener Organtransplantation. Rheumatoide Arthritis, Lupus nephritis.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Die Erfahrungen beruhen auf 17 retrospektiven Fallbeschreibungen, den Daten aus dem amerikanischen Transplantationsregister mit derzeit 33 exponierten Schwangeren und dem Roche Firmenregister von 1995 - 2007 mit 77 Schwangeren. Zum Teil überschneiden sich die Daten aus den Registern bzw. schon publizierte Fallberichte werden erneut beschrieben. Die Mehrzahl der intrauterin exponierten Kinder war gesund, jedoch wiesen mindestens 13 Feten oder Kinder eine oder mehrere der folgenden Auffälligkeiten auf: Mikrotie und Atresie des äußeren Gehörganges, Lippen- und Gaumenspalten und andere Fehlbildungen. Ob die gehäuft berichteten Spontanaborte Ausdruck einer real erhöhten Abortrate sind, kann angesichts des retrospektiven Berichtcharakters nicht beurteilt werden. Wir überblicken zurzeit 11 prospektiv nachverfolgte Schwangerschaften, darunter 1 Schwangerschaftsabbruch aus persönlichen Gründen, 2 frühe Spontanaborte und 8 lebend geborene Kinder ohne große Fehlbildungen. 

2.-3. Trimenon / Perinatal: Viele der nachverfolgten Schwangerschaften endeten in einer Frühgeburt und die Kinder waren wachstumsverzögert bzw. wiesen ein erniedrigtes Geburtsgewicht auf. Zu diskutieren ist, welchen Anteil daran die Grunderkrankung und welche die immunsuppressive Kombinationstherapie hat. In der Mehrzahl der bisherigen MMF-Schwangerschaften wurde das Medikament im 1. Trimenon abgesetzt, so dass in diesen Fällen Mycophenolatmofetil eher nicht für diese Effekte verantwortlich gemacht werden kann. MMF ist plazentagängig. Bei einer mütterlichen Therapie bis zur Entbindung können beim Säugling Plasmaspiegel erreichen, die im therapeutischen Bereich liegen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine Therapie mit MMF oder MPA sollte nicht in der Schwangerschaft begonnen werden. Bei einer Frau mit Kinderwunsch und MMF-Medikation sollte geprüft werden, ob alternative Therapien infrage kommen, insbesondere wenn MMF bei anderen Indikationen als zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungsreaktionen gegeben wird. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Exposition im 1. Trimenon sollte eine sonographische Feinuntersuchung durchgeführt und bei einer durchgehenden Therapie das intrautereine Wachstum sonographisch kontrolliert werden. Wenn es therapeutisch möglich bzw. sinnvoll ist, ist eine Umstellung der Medikation zu diskutieren. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: z.B. Azathioprin, Ciclosporin. Siehe auch Transplantation, rheumatoide Arthritis.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: Metabolite: 12-16 h; Proteinbindung: 97%; molare Masse: 433; orale Bioverfügbarkeit: 94%.

Klinik: Fallberichte zu gestillten Kindern liegen nicht vor. Ein Übergang in die Muttermilch wurde bei laktierenden Ratten beschrieben.

Empfehlung: Unter MMF oder MPA sollte nicht gestillt weden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.