Erläuterung zur "Ampel"

Moosbeere

Produktnamen:
  • (k. A.)
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Moosbeere

Erläuterung zur "Ampel"

Moosbeere

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Cranberry (Großfrüchtige Moosbeere oder Kranbeere) wird v. a. in Nordamerika zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten angewendet. Kranbeerensaft hat eine anti-adhäsive Wirkung. Durch diese sollen sich Bakterien nicht mehr an die Oberflächen der Harnwege anheften können und mit dem Harn ausgeschwemmt werden. Die Wirksamkeit ist aber umstritten. Ein Einfluss auf die Metabolisierung anderer Arzneistoffe durch Wirkung auf verschiedene Cytochrom-P450-Isoenzyme wird diskutiert.

Indikation: Prophylaxe und Behandlung von Harnwegsinfektionen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Mindestens drei Studien zu Phytopharmaka in der Schwangerschaft berichten auch über die Anwendung von Cranberries, wobei der Einnahmezeitraum nicht oder nur unzureichend angegeben wird. Die größte ist eine kalifornische randomisierte Kontrollstudie mit 188 Schwangeren, von denen 125 täglich Cranberrysaft konsumierten. Ein Studieneinschluss erfolgte nur, wenn die Schwangeren beim Erstkontakt nicht weiter als 16 Schwangerschaftswochen waren. Die bisherigen Erfahrungen weisen nicht auf ein erhöhtes teratogenes Risiko hin, allerdings gibt es für die Anwendung als Arzneimittel in höheren Dosierungen bisher keine systematischen Untersuchungen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Der regelmäßige Genuss von Cranberries als Lebensmittel brachte bisher keine Hinweise auf Fetotoxizität, zur Anwendung als Arzneimittel in höheren Dosierungen liegen keine Daten vor.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Die kurzzeitige Anwendung von Cranberry-Produkten in der Schwangerschaft erscheint bei kritischer Indikationsstellung tolerabel. Wegen des hohen Gehalts an Oxalsäure ist bei Frauen mit Prädisposition für Nierensteine Vorsicht geboten.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine 

Besser erprobte Alternativen: Zur Behandlung von akuten Harnwegsinfekten sollten die für die Schwangerschaft primär empfohlen Antibiotika, z.B. Penicilline oder Cephalosporine, eingesetzt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik: Es liegen keine Daten zum Übergang von Cranberry-Inhaltsstoffen in die Muttermilch vor. 

Klinik: Es gibt keine Daten zur Verträglichkeit einer höherdosierten Cranberry-Anwendung für den gestillten Säugling.  

Empfehlung: Die Anwendung als Lebensmittel ist unproblematisch.

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Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

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