Erläuterung zur "Ampel"

Mianserin

Produktnamen:
  • Tolvin ®
  • und Generika

Mianserin

Erläuterung zur "Ampel"

Mianserin

Produktnamen:
  • Tolvin ®
  • und Generika

Das tetrazyklische Antidepressivum Mianserin wirkt vor allem durch die Blockade präsynaptischer α2-Rezeptoren und dadurch bedingt verstärkter Noradrenalin- und Serotonin-Freisetzung. Zusätzlich ist es ein schwacher Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und blockiert Serotonin- und Histamin-H1-Rezeptoren.

Indikation: Depression

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Bei rund 110 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen unter Mianserin ergab sich kein Verdacht auf Teratogenität. In tierexperimentellen Studien zeigte Mianserin ebenfalls keine teratogene Wirkung.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Wie bei anderen Antidepressiva sind bei Behandlung bis zur Geburt zentralnervöse, gastrointestinale und respiratorische Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Bei einer Neueinstellung sollten besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden, wenn dies aus therapeutischer Sicht möglich ist. In der Schwangerschaft kann Mianserin verordnet werden, wenn besser erprobte Antidepressiva nicht ausreichend wirken. Kein Therapiewechsel bei einer stabil eingestellten Patientin.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Anwendung im 1. Trimenon kann eine sonographische Feindiagnostik zur Bestätigung der unauffälligen Kindsentwicklung angeboten werden. Im Übrigen sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und engmaschige psychiatrische Kontakte, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. Bei Gabe bis zur Geburt müssen Anpassungsstörungen beim Neugeborenen bedacht werden. Daher sollte in den ersten Lebenstagen die Beobachtung des Kindes gewährleistet sein und die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Soweit klinisch vertretbar, kann ca. eine Woche vor der Entbindung eine Reduktion der Dosis erwogen werden, um das Risiko der Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu mindern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: keine aus der Gruppe der tetrazyklischen Antidepressiva. Ansonsten stellen trizyklische Antidepressiva, wie z. B. Amitriptylin oder die SSRI Citalopram und Sertralin die Mittel der Wahl dar.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: ca. 17 h; Proteinbindung: 90%; molare Masse: 264; relative Dosis: <2% (einschließlich des aktiven Metaboliten Desmethylmianserin); gastrointestinale Resorption: 100%;
orale Bioverfügbarkeit: 30% aufgrund eines ausgeprägten First-pass-Metabolismus.

Klinik: Mianserin wird zu einem geringen Anteil über die Muttermilch vom Säugling aufgenommen, wie eine Untersuchung an zwei Mutter-Kind-Paaren zeigte. Nur bei einem der gestillten Kinder konnten geringe Mengen von Mianserin/Desmethylmianserin im Urin nachgewiesen werden. Beide Kinder zeigten keine Auffälligkeiten.

Empfehlung: Unter Monotherapie ist Stillen bei guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Treten anders nicht erklärbare Symptome wie Sedierung, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.