Erläuterung zur "Ampel"

Metamizol

Produktnamen:
  • Berlosin ®
  • Nopain ®
  • Novalgin ®
  • Novaminsulfon ®
  •  

Metamizol

Erläuterung zur "Ampel"

Metamizol

Produktnamen:
  • Berlosin ®
  • Nopain ®
  • Novalgin ®
  • Novaminsulfon ®
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Synonyme: Novaminsulfon

Metamizol  ist ein Pyrazolon-Derivat und Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsauren Nichtopioid-Analgetika. Es besitzt unter diesen die höchste analgetische und antipyretische Wirkung. Es wirkt über eine Prostaglandinsynthesehemmung.

Indikation: Akute starke Schmerzen nach Verletzungen und Operationen, Koliken, Tumorschmerzen; sonstige akute oder chronische starke Schmerzen, wenn andere therapeutische Maßnahmen nicht indiziert sind. Hohes Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Die Anwendung von Metamizol ist nicht mit einer Erhöhung der Fehlbildungsrate verbunden. Dies wird durch Untersuchungen an etwa 100 Schwangeren unterstützt. In einer Veröffentlichung wurde über einen Zusammenhang zwischen mütterlicher Metamizol-Einnahme und dem vermehrten Auftreten von Wilms-Tumoren bei den Kindern berichtet. Dieser Zusammenhang wurde durch andere Untersuchungen nicht bestätigt. In einer retrospektiven Studie zu frühkindlicher Leukämie hatten Mütter erkrankter Kinder zu einem höheren Anteil Metamizol (und andere Medikamente) eingenommen als in der Gruppe gesunder Kinder. Aufgrund der geringen Fallzahl sollten diese Ergebnisse jedoch sehr vorsichtig bewertet werden, sie wurden bisher nicht von anderen Untersuchern bestätigt.

2.-3. Trimenon/Perinatal: Im letzten Drittel der Schwangerschaft kann Metamizol zum vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus beim Fetus führen. Die Empfindlichkeit des Ductus arteriosus wächst mit zunehmendem Gestationsalter. Durch Prostaglandinsynthesehemmung ist nach Metamizoleinnahme im 2./3. Trimenon die Entwicklung eines Oligohydramnions möglich.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Auf die Verwendung von Metamizol sollte während der Schwangerschaft möglichst verzichtet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach derzeitiger Kenntnis ergibt sich aus einer erfolgten Exposition im 1. Trimenon kein Grund für invasive Diagnostik oder einen Schwangerschaftsabbruch. Zur Bestätigung der normalen Entwicklung des Fetus kann eine Ultraschallfeindiagnostik durchgeführt werden. Nach wiederholter Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte der fetale Kreislauf doppler-sonographisch auf Veränderungen der Hämodynamik im Ductus arteriosus kontrolliert und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden.

Besser erprobte Alternativen: Als Analgetikum ist Paracetamol vorzuziehen. Für die antiphlogistische Behandlung sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), z.B. Ibuprofen (bis Schwangerschaftswoche 28), zu bevorzugen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 1,8-4,6 h; Proteinbindung: bis 57%; molare Masse: 351; M/P-Quotient: 1; orale Bioverfügbarkeit (Metabolite): 90%.

Klinik: Zur Anwendung in der Stillzeit liegen nur wenige Erfahrungen vor. Eine Kasuistik beschreibt Zyanoseanfälle beim Säugling nach Einnahme von Metamizol durch die Mutter.

Empfehlung: Einzelne Dosen von Metamizol erfordern keine Einschränkung des Stillens, die Medikation sollte jedoch auf Paracetamol oder Ibuprofen umgestellt werden.

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