Erläuterung zur "Ampel"

Mesalazin

Produktnamen:
  • Asacolitin ®
  • Claversal ®
  • Pentasa ®
  • Salofalk ®
  •  

Mesalazin

Erläuterung zur "Ampel"

Mesalazin

Produktnamen:
  • Asacolitin ®
  • Claversal ®
  • Pentasa ®
  • Salofalk ®
  •  

Synonyme: 5-Aminosalicylsäure, 5-ASA

Mesalazin ist ein Aminosalicylat. Seine Wirkungsweise ist noch nicht vollständig geklärt, aber sie scheint topisch zu sein. Möglicherweise vermindert Mesalazin den Entzündungsprozess durch Hemmung der Lipoxygenase. Mesalazin gelangt wahrscheinlich nur in geringen Mengen diaplazentar zum Fetus.

Indikation: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH 

1. Trimenon: Mesalazin wird häufig in der Schwangerschaft verordnet, ohne dass sich bisher Hinweise auf teratogene Wirkungen ergeben haben. Dies bestätigen auch die Ergebnisse aus Studien.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Insgesamt sind in den bisher durchgeführten Studien keine fetotoxischen Effekte beobachtet worden. In einem älteren Fallbericht wurde eine Niereninsuffizienz bei einem Neugeborenen beschrieben, dessen Mutter vom dritten bis zum fünften Schwangerschaftsmonat 2-4 g Mesalazin täglich oral eingenommen hat. Der von den Autoren als Ursache angesehene Prostaglandinantagonismus der 5-Aminosalicylsäure wird von anderen in Frage gestellt. Bisher sind auch keine prostaglandinantagonistischen Auswirkungen auf den Ductus arteriosus Botalli beobachtet worden. 
Das in einigen Untersuchungen berichtete erhöhte Risiko für Frühgeburten und ein vermindertes Geburtsgewicht  ist vermutlich Folge der nicht ausreichend therapierten Grunderkrankung.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Mesalazin gehört in der Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen zu den Arzneimitteln der Wahl für die Schwangerschaft. Es sollte keine Dosisreduktion mit Rücksicht auf die Schwangerschaft erfolgen, Mesalazin muss so hoch dosiert werden wie therapeutisch erforderlich.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine 

Besser erprobte Alternativen: keine

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 0,5-2,4 h, Metabolite: 6-9 h; Proteinbindung: 43%, Metabolite: 80%; molare Masse: 153; relative Dosis: incl. Metabolite: 7,5%; M/P-Quotient: Metabolite: 0,27 (5,1); orale Bioverfügbarkeit: 15-35%.

Klinik: Nach oraler Anwendung durch die Mutter sind bisher keine Auffälligkeiten beim gestillten Säugling beschrieben worden. In zwei Fällen wurde bei mütterlicher rektaler Mesalazin-Anwendung über eine Diarrhoe bei den gestillten Kindern berichtet, die jedoch nach Therapieende sistierte.

Empfehlung: Mesalazin gehört in der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen auch in der Stillzeit zu den Arzneimitteln der Wahl.

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