Erläuterung zur "Ampel"

Lovastatin

Produktnamen:
  • Lovabeta ®
  • Lovadura ®
  • Lovagamma ®
  • LovaHEXAL ®
  • MEVINACOR ®
  •  

Lovastatin

Erläuterung zur "Ampel"

Lovastatin

Produktnamen:
  • Lovabeta ®
  • Lovadura ®
  • Lovagamma ®
  • LovaHEXAL ®
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Lovastatin ist ein Inhibitor des Enzyms 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym-A (HMG-CoA-)-Reduktase, das für die Cholesterin-Biosynthese unerlässlich ist. Es gehört zu den lipophilen Statinen und ist damit plazentagängig.

Indikation: Zur Senkung erhöhter Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel im Serum, wenn nicht-pharmakologische Maßnahmen allein eine ungenügende Wirkung zeigten, bei Patienten mit primärer Hypercholesterinämie, bei Patienten mit kombinierter Hypercholesterinämie und Hypertriglyzeridämie, wenn die Hypercholesterinämie im Vordergrund steht. Hinweis: Lovastatin besitzt einen nur mäßigen Effekt auf die Triglyzeride.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Die bisher dokumentierten Schwangerschaftsverläufe weisen nicht auf eine nennenswerte Teratogenität oder eine erhöhte Spontanabortrate nach mütterlicher Lovastatin-Einnahme im ersten Trimenon hin, sie reichen jedoch für eine endgültige Risikobewertung nicht aus.

Es gibt einige Einzelfallberichte, die Fehlbildungen bei Lovastatin-exponierten Kindern beschreiben, unter anderem ein Kind mit einer VATER-Assoziation (die Mutter nahm gleichzeitig ein Amfetamin) und ein Kind mit einem ausgeprägten Neuralrohrdefekt. In einer neueren Studie wurde ein signifikanter Unterschied bei Geburtsgewicht und Schwangerschaftsalter bei Entbindung in der Statin-Gruppe nach mütterlicher Exposition in der Frühschwangerschaft beobachtet. Beide Parameter waren in der Statin-Gruppe niedriger im Vergleich zur Kontrollgruppe, wenn auch nicht klinisch relevant.

Es wird diskutiert, ob einige in Verbindung mit Statinen beschriebene Fehlbildungen, zum Beispiel eine Holoprosencephalie, andere ZNS-Fehlbildungen und Extremitätenfehlbildungen möglicherweise mit einem fehlerhaften "Sonic Hedgehog signaling" im Zusammenhang stehen. Die Bindung von Cholesterol an das Sonic Hedgehog Protein ist erforderlich, damit dieses Protein eine Signalrolle in der Embryonalentwicklung spielen kann. Außerdem gibt es die Hypothese, dass die Statine die Embryonal- und Fetalentwicklung durch eine Verminderung der Cholesterol-Biosynthese in utero beeinflussen.

Bei der Interpretation des "fetalen outcomes" sollte die oftmals erhebliche Co-Morbidität der Mütter mit einbezogen werden (zum Beispiel Adipositas, Diabetes mellitus, Hypertonie, Prä-Eklampsie).

2.-3. Trimenon / Perinatal: Zur Anwendung von Lovastatin im zweiten/dritten Trimenon und perinatal gibt es weit weniger Erfahrungen, da Statine meistens nach Bekanntwerden der Schwangerschaft abgesetzt werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Lovastatin sollte in der Schwangerschaft nicht verordnet werden, da seine Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist und Nachteile für die Mutter durch eine Unterbrechung der Therapie für den Zeitraum der Schwangerschaft in der Regel nicht zu erwarten sind.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine versehentliche Behandlung bis in die Frühschwangerschaft hinein rechtfertigt keinen Schwangerschaftsabbruch oder invasive Diagnostik. Eine Ultraschallfeindiagnostik zur Bestätigung der normalen Organentwicklung des Fetus sollte jedoch angeboten werden.

Besser erprobte Alternativen: Erscheint eine Therapie in der Schwangerschaft unumgänglich, sollte das besser untersuchte Simvastatin gewählt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: Metabolite: 1,1-1,7 h; Proteinbindung: –º95%; molare Masse: 404; orale Bioverfügbarkeit: 30%.

Klinik: Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Lovastatin in der Stillzeit vor.

Empfehlung: Lovastatin sollte in der Stillzeit nicht verwendet werden, da seine Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist.  Nachteile für die Mutter durch ein Aussetzen der Therapie während Schwangerschaft und Stillzeit sind in der Regel nicht zu erwarten. Eine dennoch erfolgte Einnahme erfordert keine Einschränkung des Stillens. Die Weiterbehandlung sollte jedoch kritisch geprüft werden. Bei dringender Indikation kommen am ehesten Colestyramin oder auch Pravastatin bzw. Simvastatin infrage.

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