Erläuterung zur "Ampel"

Lormetazepam

Produktnamen:
  • Ergocalm ®
  • Loretam ®
  • Noctamid ®
  • und Generika

Lormetazepam

Erläuterung zur "Ampel"

Lormetazepam

Produktnamen:
  • Ergocalm ®
  • Loretam ®
  • Noctamid ®
  • und Generika

Lormetazepam aus der Klasse der Benzodiazepine besitzt angst- und krampflösende, muskelentspannende und sedierende Wirkungen. Der Hauptmetabolit wird durch Glukuronidierung in der Leber gebildet und besitzt im Gegensatz zu den Metaboliten einiger anderer Benzodiazepine selbst keine pharmakologische Aktivität.

Indikation: Sedierung vor und nach operativen oder diagnostischen Eingriffen; vorübergehende Therapie von Schlafstörungen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Zu Lormetazepam liegen keine dokumentierten Erfahrungen zum Einsatz in der Frühschwangerschaft vor. Im Gegensatz dazu ist die gesamte Gruppe der Benzodiazepine gut untersucht, wobei die meisten Erfahrungen zu Diazepam bestehen. Hierbei konnten aktuellere Studien mit insgesamt mehreren tausend Exponierten - im Gegensatz zu früheren Arbeiten -  keine teratogenen Effekte nachweisen. Tierexperimentelle Studien liefern keinen Anhaltspunkt für eine Teratogenität von Lormetazepam.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei regelmäßiger Einnahme von Benzodiazepinen im letzten Trimenon oder hochdosiert unter der Geburt sind schwerwiegende Symptome beim Neugeborenen möglich. Diese reichen von postpartaler Atemdepression über Anpassungsstörungen wie Muskelhypertonie, Hyperreflexie, Tremor bis zum wochenlang anhaltenden „Floppy-Infant-Syndrom“ mit Lethargie, Trinkschwäche, Tachypnoe, Tachykardie, Zyanose, Temperaturregulationsstörung und Muskelhypotonie. Neugeborene metabolisieren Benzodiazepine wesentlich langsamer als Erwachsene.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Lormetazepam sollte nur nach strenger Indikationsstellung und kurzzeitig angewendet werden. Eine Dauertherapie im letzten Trimenon oder die Behandlung am Geburtstermin ist wegen möglicher neonataler Komplikationen besonders kritisch zu prüfen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Anwendung im 1. Trimenon sollte eine sonographische Feindiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden. Bei langfristiger Anwendung: Sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und ggf. engmaschige psychiatrische Kontakte, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. Bei Behandlung bis (kurz vor der) Geburt auf Symptome beim Kind in ersten Lebenstagen achten. Cave: Bei abruptem Absetzen sind nach längerer Einnahme bei Mutter und Kind Entzugssymptome möglich.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Zur Sedierung vor Eingriffen, z.B. Midazolam. Zur sedierenden, angst- bzw. spannungslösenden Akutbehandlung Diazepam oder auch Lorazepam. Zur Dauerbehandlung ggf. Antidepressiva. Auch nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, z.B. Psychotherapie in Betracht ziehen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 8–€15 h; Proteinbindung: ca. 90%; molare Masse: 335; relative Dosis: 0,35%; M/P-Quotient: <0,06; gastrointestinale Resorption: 100%; orale Bioverfügbarkeit: ca. 80% aufgrund eines First-pass-Metabolismus.

Klinik: Untersuchungen an fünf stillenden Frauen, die über einen Zeitraum von zehn Tagen jeweils 2 mg Lormetazepam eingenommen hatten, zeigten einen sehr geringen Übertritt der Substanz in die Muttermilch. Im Plasma der gestillten Kinder konnte kein freies Lormetazepam nachgewiesen werden. Bei den Säuglingen traten keine unerwünschten Effekte auf.

Empfehlung: Lormetazepam kann bei zwingender Indikation unter guter Beobachtung des Kindes kurzzeitig angewendet werden. Bei plötzlich auftretenden Symptomen, die anders nicht erklärt werden können, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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