Erläuterung zur "Ampel"

Leflunomid

Produktnamen:
  • Arava ®
  • und Generika

Leflunomid

Erläuterung zur "Ampel"

Leflunomid

Produktnamen:
  • Arava ®
  • und Generika

Leflunomid ist ein Pyrimidin-Synthese-Inhibitor, der als antirheumatisches Basistherapeutikum (DMARD) eingesetzt wird und antiproliferative Eigenschaften hat. Leflunomid wird im Organismus durch First-Pass-Metabolisierung in Darmwand und Leber rasch zum aktiven Metaboliten A771726 umgewandelt. Dieser hemmt beim Menschen das Enzym Dihydroorotatdehydrogenase, hat eine Halbwertszeit von zwei Wochen und ist zu mehr als 99 % an Plasmaalbumin gebunden. Mit einem Wirkungseintritt ist nach 4 - 6 Wochen zu rechnen.

Indikation: Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Die Warnhinweise auf der Packungsbeilage und in der Fachinformation zur Anwendung in der Schwangerschaft beruhen auf den Ergebnissen von Tierversuchen. Leflunomid war bei Serumkonzentrationen teratogen, die den therapeutischen Werten beim Menschen entsprechen. Beschrieben wurden Skelettfehlbildungen, Anophthalmie bzw. Mikrophthalie und Hydrozephalus. Allerdings zeigten sich bei diesen Serumkonzentrationen gleichzeitig toxische Effekte bei den Muttertieren, so dass der teratogene Charakter der Schädigung kontrovers diskutiert wird. Die Fachinformation gibt eine Konzentration von <0,02 mg/l als sicher an. Dieser Wert beinhaltet eine große Sicherheitsspanne; denn er liegt mehr als 100 Mal niedriger als der Blutspiegel bei Ratten bzw. Kaninchen, der als "no-effect-level" bezeichnet wird.

Die Erfahrungen beim Menschen beruhen auf Fallberichten oder -serien, auf Daten aus dem Firmenregister und zwei prospektiven nordamerikanischen Studien mit 64 bzw. 45 exponierten Schwangeren. Viele Schwangere haben wegen der Packungsbeilage und der daher resultierenden Angst vor einem Kind mit Fehlbildungen die Schwangerschaft abgebrochen. Jedoch zeigten sich bei den lebend geborenen Kindern bisher weder ein signifikanter Anstieg des Basisrisikos noch ein Fehlbildungsmuster. Die Fehlbildungsrate in der nordamerikanischen Studie mit 64 Schwangeren, bei der >95% der Schwangeren eine Auswaschtherapie mit Colestyramin erhalten hatten, war ebenfalls nicht signifikant höher als in den zwei Vergleichsgruppen (Schwangere mit rheumatoider Arthritis, aber ohne Leflunomid und gesunde Schwangere). Nur vereinzelt liegen Fallbeschreibungen mit einem ungünstigen Schwangerschaftsausgang vor, bei denen eine Kausalität fragwürdig erscheint. 

2.-3. Trimenon / Perinatal: Es liegen so gut wie keine Erfahrungen vor.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Leflunomid sollte während der Schwangerschaft möglichst nicht angewendet werden. Eine Frau mit Kinderwunsch sollte auf ein besser erprobtes Basistherapeutikum umgestellt werden. Der Hersteller empfiehlt zur schnelleren Elimination des Wirkstoffes eine Auswaschtherapie mit Colestyramin oder Kohle über 11 Tage oder anderenfalls eine 2-jährige Pause. Eine so lange Leflunomid-freie Zeit bis zur Empfängnis scheint uns nicht nötig zu sein.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Die Therapie sollte umgehend umgestellt werden und zur schnelleren Wirkstoffelimination eine Auswaschtherapie durchgeführt werden. Empfehlenswert sind die Bestimmung der Wirkstoffkonzentration vor und nach der Auswaschprozedur und die Durchführung einer weiterführenden Ultraschalldiagnostik. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: z.B. SulfasalazinPrednisolon, Azathioprin. Siehe auch rheumatoide Arthritis.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2 Wochen; Proteinbindung: 99%; molare Masse: 270; orale Bioverfügbarkeit: 82-95%.

Klinik: Es liegen keine Erfahrungen vor. Die hohe Plasmaeiweißbindung lässt einen nennenswerten Transfer in die Muttermilch unwahrscheinlich erscheinen.

Empfehlung: Eine Stillende sollte auf ein besser untersuchtes Antirheumatikum eingestellt werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.