Erläuterung zur "Ampel"

Lamotrigin

Produktnamen:
  • elmendos ®
  • Lamictal ®
  • Lamo ®
  • LAMOTRIG-ISIS ®
  •  

Lamotrigin

Erläuterung zur "Ampel"

Lamotrigin

Produktnamen:
  • elmendos ®
  • Lamictal ®
  • Lamo ®
  • LAMOTRIG-ISIS ®
  •  

Lamotrigin ist chemisch ein Phenyltriazin und hemmt die Dihydrofolsäure-Reduktase. Dennoch lässt sich beim Erwachsenen keine nennenswerte folatantagonistische Wirkung darstellen. Anders als bei der Valproinsäure liegen bisher keine Hinweise für nennenswerte Störwirkungen auf Menstruationszyklus bzw. Fertilität vor. Nach Umstellung von Valproinsäure auf Lamotrigin bei Frauen mit polyzystischem Ovar-Syndrom (PCOS) besserte sich die Symptomatik. Eine Beeinträchtigung der Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva durch Enzyminduktion ist möglich. Andererseits kann bei gleichzeitiger Einnahme der Pille die Lamotriginkonzentration abnehmen bzw. nach Absetzen der Pille wieder ansteigen. Werden hormonale Kontrazeptiva vor einer (geplanten) Schwangerschaft abgesetzt, normalisiert sich die durch Kontrazeptiva erhöhte Clearance wieder. Wird Lamotrigin in unverändert hoher Dosis weiter gegeben, können zum Zeitpunkt einer nun folgenden Konzeption (zu) hohe Lamotriginspiegel vorliegen. Erhebliche Clearancesteigerungen während der Schwangerschaft um bis zu 300% erfordern monatliche Serumkonzentrationsbestimmungen, wenn es nicht zur erhöhten Krampfbereitschaft kommen soll. Die erforderliche Dosissteigerung kann nach der Geburt zu toxischen Symptomen führen, wenn die Dosis nicht wieder reduziert wird. Zu weiteren Eigenschaften der Antiepileptika siehe unter Epilepsie.

Indikation: Epilepsie, Phasenprophylaxe bei manisch depressiven Erkrankungen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Fallserien und Schwangerschaftsregister mit mehreren Tausend beobachteten Schwangerschaftsverläufen unter Monotherapie ergeben bislang keine eindeutigen Hinweise auf teratogene Effekte. Allerdings wurden bei antiepileptischer Kombinationstherapie erhöhte Fehlbildungsraten beobachtet, vor allem mit Valproinsäure und wahrscheinlich durch diese verursacht wurden 11% und mehr beobachtet gegenüber knapp 3% bei Lamotrigin in Monotherapie. Weder prospektive noch retrospektive Studien deuten auf ein spezifisches Fehlbildungsmuster oder auf Dysmorphiezeichen wie bei den klassichen Antiepileptika hin.
Im Belfaster UK Epilepsy and Pregnancy Register wurde jedoch ein mit 5,4% höheres Fehlbildungsrisiko für Dosen über 200 mg/Tag ermittelt und im nordamerikanischen Epilepsieregister wurde eine Häufung von Mundspaltbildungen ermittelt. Auch diese Beobachtungen konnten bisher in anderen Untersuchungen nicht eindeutig bestätigt werden.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten muss bei Langzeitbehandlung mit Lamotrigin bis zur Geburt mit (meist leichten) Anpassungsstörungen beim Neugeborenen gerechnet werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Lamotrigin ist aufgrund seiner umfangreichen Erprobung und der offenbar guten Verträglichkeit für den Embryo bzw. Feten das Antiepileptikum der Wahl in der Schwangerschaft, falls es ausreichend wirksam ist. Es sollte möglichst nur in Monotherapie verordnet werden. Kombinationen mit Valproinsäure sind zu vermeiden. Aufgrund der starken Clearancezunahme während der Schwangerschaft müssen die Wirkspiegel bei der Mutter monatlich kontrolliert und die Dosis angepasst werden, umgekehrt ist die Dosis unmitttelbar nach Geburt erneut nach unten zu korrigieren. Bei psychiatrischen Behandlungsindikationen ist zunächst zu prüfen, ob etablierte Psychopharmaka bevorzugt werden können.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Therapie im 1. Trimenon kann eine sonographische Feindiagnostik zur Kontrolle der fetalen Entwicklung empfohlen werden. Die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Zur Anpassung der Dosis während und nach der Schwangerschaft siehe oben.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: keine (als Antiepileptikum)

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 24-35 h; Proteinbindung: 55%; molare Masse: 256; relative Dosis: 10 bis max. 20%; M/P-Quotient: 0,6; orale Bioverfügbarkeit: 100%. Im Plasma einiger Kinder konnten therapeutische Konzentrationen nachgewiesen werden.

Klinik: Bei insgesamt mehreren Dutzend ausgewerteten Mutter-Kind-Paaren waren fast alle Kinder unauffällig, bei einigen wurden leichte Unruhe und gastrointestinale Symptome beobachtet, vereinzelt auch Transaminasenerhöhungen. Kürzlich wurde auch über Atemstörungen bei einem 16 Tage alten voll gestillten Kind berichtet, das Serumspiegel im oberen therapeutischen Bereich aufwies. Zur Frage der Langzeitentwicklung gibt es keine Untersuchungen.

Empfehlung: Stillen unter Monotherapie erscheint akzeptabel. Ggf. kann nach etwa 2-3 Wochen, vor allem aber bei anders nicht zu erklärender Symptomatik, die Arzneikonzentration beim Kind bestimmt werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.