Erläuterung zur "Ampel"

Kontrazeptiva, orale

Produktnamen:
  • aida ®
  • Cilest ®
  • Femigoa ®
  • Femovan ®
  • Lovelle ®
  • Minisiston ®
  • MonoStep ®
  • Oviol ®
  • Petibelle ®
  • Triette AL ®
  • Valette ®
  • Yasmin ®
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Kontrazeptiva, orale

Erläuterung zur "Ampel"

Kontrazeptiva, orale

Produktnamen:
  • aida ®
  • Cilest ®
  • Femigoa ®
  • Femovan ®
  • Lovelle ®
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Orale Kontrazeptiva bestehen meistens aus zwei synthetischen Hormonen, einem Estrogen und einem Gestagen. Eine Ausnahme stellt die sogenannte "Minipille" dar, die nur ein Gestagen beinhaltet. Die Estrogen-Komponente in fast allen oralen Kontrazeptiva ist Ethinylestradiol (Mikropille, wenn der Ethinylestradiolgehalt/Dragee <0,05 mg) . Als Gestagene kommen z.B. Chlormadinon, Desogestrel, Dienogest, Drospirenon oder Levonorgestrel infrage. Hormonelle Kontrazeptiva wirken über ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren, wobei die Ovulationshemmung und die Veränderung der vaginalen Sekretion als die wichtigsten gelten.

Indikation: Kontrazeption; Behandlung mittelschwerer Akne durch Präparate, bei denen das Gestagen eine antiandrogene Wirkung besitzt; symptomatische Therapie von Zyklusunregelmäßigkeiten und Menstruationsbeschwerden.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Insgesamt besteht durch die Einnahme der heutzutage sehr niedrig dosierten oralen Kontrazeptiva wohl kein nennenswertes teratogenes Risiko, auch nicht für Geschlechtsdifferenzierungs- störungen, wenn länger als acht Schwangerschaftswochen, während des sensiblen Zeitraums, behandelt wurde.
Der in Fallberichten aus den 70er Jahren geäußerte Verdacht über einen Zusammenhang zwischen der Einnahme oraler Kontrazeptiva in der Schwangerschaft und dem Auftreten von Herzfehlbildungen, der VACTERL-Assoziation (V: vertebral defects; A: anal atresia; T: tracheo-esophageal fistula; E: esophageal atresia; R: radial and renal problems; C: cardiac anomalies, L: limb anomalies) und anderer Anomalien (z.B. Hypospadien) wurde vereinzelt auch in neueren Publikationen gesehen, in der Mehrzahl der durchgeführten Untersuchungen blieb er unbestätigt.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Zur Auswirkung der Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva im 2.-3-Trimenon und perinatal gibt es weitaus weniger Erfahrungen, da eine Schwangerschaft nur selten so lange unbemerkt bleibt. Ein Fallbericht beschreibt ein Kind mit Choreo-Athetose (rückläufig bis zum siebzehnten Lebenstag) nach versehentlicher mütterlicher Einnahme hormonaler Kontrazeptiva bis zur 30. Schwangerschaftswoche. Ein kausaler Zusammenhang wurde von den Autoren gesehen, da sich sehr selten eine Chorea auch bei Frauen entwickelt, die hormonell verhüten.
Auswirkungen einer intrauterinen Exposition auf die spätere Fertilität oder die psychosexuelle Entwicklung wurden bisher nicht vermehrt beobachtet.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Während der Schwangerschaft gibt es keine Indikation für die Einnahme hormonaler Kontrazeptiva.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach versehentlicher Anwendung bis in die Frühschwangerschaft hinein besteht kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch oder weiterführende Diagnostik. 

Besser erprobte Alternativen: entfällt

Stillzeit

Pharmakokinetik: Drospirenon: HWZ: 31 h; Proteinbindung: 97%; molare Masse: 366; relative Dosis: 1%; M/P-Quotient: 0,23; orale Bioverfügbarkeit: 100%. Dienogest: HWZ: 9 h; Proteinbindung: 90%; molare Masse: 311; orale Bioverfügbarkeit: 100%. Gestoden: HWZ: 15 h; Proteinbindung: 50-70%; molare Masse: 310; orale Bioverfügbarkeit: 100%. Norgestimat: HWZ: Metabolite: bis 45 h; Proteinbindung: Metabolite –º97%; molare Masse: 369; orale Bioverfügbarkeit: gut. Chlormadinon: HWZ: 80 h; Proteinbindung: –º95%; molare Masse: 409; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Weitere Wirksubstanzen siehe Gestagene/ Estrogene.

Klinik: Durch orale Kontrazeptiva (vor allem estrogenhaltige) kann es zu einer leichten Verringerung der Milchmenge, besonders bei vorbestehenden Laktationsstörungen, und zur Veränderung der Zusammensetzung der Muttermilch kommen. Beides spielt bei normal ernährten Frauen kaum eine Rolle. Klinische Auffälligkeiten bei den gestillten Kindern sind bis auf einen Fallbericht, nach dem ein männlicher Säugling eine Gynäkomastie unter mütterlicher Einnahme oraler Kontrazeptiva entwickelte, bisher nicht beschrieben.

Empfehlung: Orale Kontrazeptiva der Wahl für die Stillzeit sind reine Gestagen-Präparate (Minipille). Mit ihrer Anwendung kann sechs bis acht Wochen nach der Entbindung begonnen werden. Falls diese oder auch Gestagendepot-Präparate nicht vertragen werden, können auch die heute üblichen, niedrig dosierten Kombinationspräparate (Mikropille) angewendet werden. Eine Einschränkung des Stillens ist nicht erforderlich.

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