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Erläuterung zur "Ampel"

Infliximab

Produktnamen:

  • Remicade ®
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Infliximab ist ein chimärer monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der IgG1-Antikörper und ein TNF-α-Blocker. Er muss intravenös infundiert werden.

Indikation: Rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Spondylitis ankylosans, Psoriasis-Arthritis.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Studien liegen bisher nicht vor. Die meisten Erfahrungen stammen aus den zwei Firmenregistern, ferner kleinen Fallserien und -beschreibungen. Bei insgesamt mehr als 100 Schwangeren hat sich bisher kein embryotoxisches Risiko ergeben. Aufgrund seiner Molekülgröße ist ein Übergang während der Embryogenese nicht zu erwarten.

2.-3. Trimenon / Perinatal:
Zur Exposition im 2. und 3. Trimenon liegen nur einige Fallberichte vor. Infliximab geht bei reiferer Plazenta durch einen aktiven Prozess zum Fetus über und kann mütterliche therapeutische Serumkonzentrationen erreichen. In Fallbeschreibungen nahmen diese nach der Geburt zwar kontinuierlich ab, waren aber noch nach sechs Monaten beim Kind messbar. Ob dies kurz- oder längerfristige Auswirkungen haben kann, ist zurzeit noch nicht zu sagen. Theoretische Bedenken bestehen zum einen, da TNF-α eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Immunsystems spielt, zum anderen da unter therapeutischer Anwendung von Infliximab eine dreifach höhere Inzidenz für maligne Lymphome beschrieben ist und sowohl opportunistische Infektionen als auch eine (Reaktivierung von) TBC häufiger vorkommen. Bei therapeutischer Anwendung von Infliximab entwickeln im Laufe der Zeit ca. 60% der Patienten humane antichimäre Antikörper. Unbekannt ist, ob dies auch beim Fetus bzw. Neugeborenen vorkommen kann. Ein Fallbericht untersuchte dies und fand bei dem Kind im Alter von sechs Monaten keine Infliximab-Antikörper.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Infliximab muss bei Kinderwunsch-Patientinnen nicht zwingend vor einer Schwangerschaft abgesetzt werden. Die Therapie in der späteren Schwangerschaft (ca. ab 20 Schwangerschaftswochen) sollte wohl begründeten Indikationen vorbehalten sein.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine sonographische Feinuntersuchung sollte nach Exposition während der Organogenese angeboten werden. Bei einer späteren Therapie sollten Schwangerschaft und Fetus engmaschig und sonographisch überwacht werden. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Abhängig von der Indikation und Krankheitsaktivität, z.B. Prednison, Azathioprin.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 9,5 Tage; Molekulargewicht: 149.100; orale Bioverfügbarkeit: gering. Kein Nachweis von Infliximab im Plasma des Kindes.

Klinik: In den wenigen Fallberichten wurden bisher keine Nebenwirkungen beim gestillten Säugling beschrieben. Solche erscheinen aufgrund der geringen oralen Verfügbarkeit und großen Molekülmasse auch unwahrscheinlich.

Empfehlung: Wenn Infliximab nach sorgfältiger Prüfung möglicher Alternativen das geeignetste Medikament für die Patientin ist, ist das Stillen dabei akzeptabel.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.