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In der Schwangerschaft können durch die Zunahme der venösen Gefäßkapazität vermehrt hypotone Beschwerden auftreten. Gerade zu Beginn kommt es gehäuft zu einem Absinken des mütterlichen Ruheblutdrucks.
Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft
In den 80er Jahren gab es in Deutschland eine Diskussion, ob eine mütterliche chronische Hypotonie während der Schwangerschaft Folgen auf den Fetus und Neugeborenen habe. Wegen der vermeintlichen Gefahr von Frühgeburten wurde für eine medikamentöse Behandlung plädiert. Interessanterweise findet sich in der englischsprachigen Literatur die Hypotonie in der Schwangerschaft nicht als behandlungspflichtige Erkrankung noch gibt es Publikationen zur Risikobewertung der entprechenden Therapeutika. Inzwischen wird auch hierzulande einer Hypotonie bei einer ansonsten gesunden Schwangeren keine klinische Bedeutung für den Schwangerschaftsverlauf zugemessen.
Bei der Therapie der Kreislaufdysregulation stehen physikalische Maßnahmen im Vordergrund: Das Tragen von Kompressionsstrümpfen ist gerade bei Schwangeren mit hypotonen Symptomen und insuffizienten Venenklappen sinnvoll. Weiter infrage kommen z.B. Beingymnastik vor dem Aufstehen, Kaltwasseranwendungen, Bürstenmassage u.ä.a.m. Kaffee und schwarzer Tee sind auch in Maßen erlaubt. Eine medikamentöse Behandlung ist gewöhnlich nicht indiziert. Gerade im 1. Trimenon sollte eine medikamentöse Therapie zurückhaltend verordnet werden, da die Unbedenklichkeit bei keinem der Medikamente bewiesen ist. Einzelgaben von Antihypotonika im 2. und 3. Trimenon scheinen vertretbar zu sein, sollten aber zwingend erforderlich sein.
Mittel der Wahl
Sollte im 1. Trimenon eine medikamentöse Therapie zwingend erforderlich sein, sollte am ehesten orales Dihydroergotamin verordnet werden. Es kann mit Ausnahme der letzten Schwangerschaftswochen bei zwingender Indikation per os als Vasotonikum eingesetzt werden, solange der Uterus nicht wehenbereit ist. Die Dauer der Behandlung sollte allerdings kritisch geprüft werden. Wenn ein Medikament aus der Gruppe der adrenergen Substanzen passender erscheint, sollten besser erprobte Mittel wie Etilefrin bevorzugt werden.
Hinweis
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