Hypothyreose

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen:
  • Schilddrüsenunterfunktion

Hypothyreose

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen:
  • Schilddrüsenunterfunktion

Hypothyreose

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen:
  • Schilddrüsenunterfunktion

Etwa 0,4% der Schwangeren sind von einer manifesten Hypothyreose (TSH erhöht, fT4 erniedrigt) betroffen und müssen behandelt werden. Häufigste Ursache ist eine Autoimmunthyreoiditis, wie z.B. die Hashimoto-Thyreoiditis. Auch nach Thyreoidektomie, Bestrahlung oder Radiojodtherapie kommt es zur Hypothyreose. Einige Arzneistoffe, wie z.B. Lithium, können ebenfalls zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen.

Es ist seit langem bekannt, dass Jodmangel sowie eine manifeste mütterliche Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft die geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann. Bei gut eingestellter mütterlicher Schilddrüsenfunktion konnten dagegen keine negativen Auswirkungen auf das ungeborene Kind nachgewiesen werden. Daher sollte eine Schilddrüsenunterfunktion möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

Eine unbehandelte Hypothyreose kann ferner Ursache für eine unregelmäßige Menstruation, einen erhöhten Prolaktinspiegel und für Unfruchtbarkeit sein und ist mit einem höheren Risiko für Fehlgeburten und Frühgeburtlichkeit assoziiert; auch ein geringeres Geburtsgewicht und eine erhöhte perinatale Sterblichkeit beim Kind sind beschrieben. Kontrovers wird inzwischen diskutiert, ob es eine Assoziation zwischen Präeklampsie und Hypothyreose gibt.

Die Substitution einer manifesten Hypothyreose mit Thyroxin und eine ausreichende Jodversorgung (in der Regel 100-150 µg/d) sind essentiell für die Schwangerschaft.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigt in der Regel in der Schwangerschaft. Schilddrüsengesunde Frauen gleichen diesen Mehrbedarf durch eine gesteigerte Produktion von Schilddrüsenhormonen aus. Um bei hypothyreoten Schwangeren eine ausgeglichene (euthyreote) Stoffwechsellage zu erreichen, ist häufig eine Steigerung der Substitutionsdosis nötig. Mittel der Wahl ist Levothyroxin. Die fetale Schilddrüse beginnt Ende des dritten Schwangerschaftsmonats eigenständig zu arbeiten und ist erst zwischen der 18.-20. Schwangerschaftswoche voll funktionsfähig, so dass gerade bis dahin eine gute Einstellung der mütterlichen Schilddrüsenhormone wichtig ist.

Ob eine „latente” oder subklinische Hypothyreose (normaler fT4-Wert bei erhöhtem TSH-Wert) und eine Hypothyroxinämie (normaler TSH-Wert, verminderter fT4-Wert) in der Schwangerschaft zu einer Einschränkung der kognitiven Entwicklung der Kinder führt, ist mittlerweile umstritten. Ob mit Levothyroxin in diesen Situationen therapiert werden soll, wird kontrovers diskutiert.

85% der Frauen mit manifester Hypothyreose benötigen eine höhere Thyroxindosis in der Schwangerschaft. Im ersten Trimenon steigt der Thyroxin-Bedarf um ca. 30%, im 2. Trimenon ist meist eine weitere Dosiserhöhung erforderlich und zwar von 40-50% verglichen mit der Ausgangsdosis vor der Schwangerschaft. Zu empfehlen ist eine Einstellung nach Bestimmung der individuellen Werte. Eine Kontrolle wird alle 4-8 Wochen, sowie 4 Wochen nach einer Dosisanpassung empfohlen. Nach der Entbindung muss die Thyroxindosis auf das Niveau vor der Schwangerschaft reduziert werden und 4-6 Wochen später sollten die Schilddrüsenparameter (TSH, fT4) kontrolliert werden.

Mittel der Wahl

Hinweis

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