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Hypothyreose

Synomyme oder assoziierte
Erkrankungen:

  • Schilddrüsenunterfunktion

Etwa 2,5% der Schwangeren sind von einer Hypothyreose betroffen und müssen behandelt werden. Häufige Ursachen sind Jodmangel oder eine Autoimmunthyreoiditis, wie z.B. die Hashimoto-Thyreoiditis. Auch nach Thyreoidektomie, Bestrahlung oder Radiojodtherapie kommt es zur Hypothyreose.

Eine unbehandelte Hypothyreose kann der Grund für eine unregelmäßige Menstruation, einen erhöhten Prolaktinspiegel und für Unfruchtbarkeit sein. Auch Aborte, Totgeburten und Frühgeburtlichkeit sind als Folge einer Schilddrüsenunterfunktion gehäuft beschrieben. Eine latente oder milde Hypothyreose wird häufig wegen fehlender Symptome nicht erkannt, birgt aber Risiken für eine Schwangerschaft.

Es ist seit langem bekannt, dass eine mütterliche Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft die geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann: Kinder, die in einer Studie zum Teil bis zum 9. Lebensjahr nachbeobachtet wurden, schnitten bei diversen mentalen Tests schlechter ab. Eine schlechtere motorische und mentale Entwicklung wurde auch in einer anderen Studie beschrieben. Bei gut eingestellter mütterlicher Schilddrüsenfunktion konnten dagegen keine negativen Auswirkungen auf das ungeborene Kind nachgewiesen werden. Daher sollte eine Schilddrüsenunterfunktion möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigt in der Regel in der Schwangerschaft. Gesunde Frauen gleichen diesen Mehrbedarf durch eine gesteigerte Produktion von Schilddrüsenhormonen aus. Um bei hypothyreoten Schwangeren eine ausgeglichene (euthyreote) Stoffwechsellage zu erreichen, ist häufig eine Steigerung der Substitutionsdosis nötig. Auch eine milde Hypothyreose sollte unbedingt behandelt werden. Mittel der Wahl ist Thyroxin. Da die fetale Schilddrüse erst am Ende des dritten Schwangerschaftsmonats ihre Funktion aufnimmt, ist eine stabile Einstellung der Schwangeren gerade im ersten Drittel wichtig.

Der TSH-Wert sollte bereits vor der Schwangerschaft bei unter 2,5 mU/l liegen. Die Obergrenze wurde herabgesetzt, um früher eine latente Hypothyreose zu erkennen. Bei eingetretener Schwangerschaft sollte TSH frühzeitig bestimmt und die Thyroxindosis angepasst werden. Eine TSH-Kontrolle wird alle 4-8 Wochen, sowie 4 Wochen nach einer Dosisanpassung empfohlen.

85% der Schwangeren benötigen eine höhere Thyroxindosis in der Schwangerschaft. Im ersten Trimenon steigt der Thyroxin-Bedarf um ca. 30%, im 2. Trimenon ist meist eine weitere Dosiserhöhung erforderlich und zwar von 40-50% verglichen mit der Ausgangsdosis vor der Schwangerschaft. Zu empfehlen ist eine Einstellung nach Bestimmung der individuellen TSH-Werte.

Wenn eine rasche Bestimmung von TSH zur individuellen Dosisanpassung nicht möglich ist, kann auch folgendermaßen verfahren werden: Sofort bei Bekanntwerden der Schwangerschaft nehmen die Patientinnen zweimal wöchentlich eine zusätzliche Tagesdosis ein. Dies gewährleistet bei der langen Halbwertszeit des Thyroxins die notwendige Dosissteigerung. Die 15% der Frauen, deren Thyroxinbedarf während der Schwangerschaft nicht ansteigt, drosseln die körpereigene Sekretion, so dass durch eine eventuell zu hohe Dosierung kein Schaden verursacht werden kann. Im 2. Trimenon sollte die Dosis dann nochmals nach Kontrolle des TSH-Wertes angepasst werden.

Mittel der Wahl

Hinweis

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