Erläuterung zur "Ampel"

Hydroxychloroquin

Produktnamen:
  • Quensyl ®
  •  

Hydroxychloroquin

Erläuterung zur "Ampel"

Hydroxychloroquin

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  • Quensyl ®
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Hydroxychloroquin gehört wie Chloroquin zu der Gruppe der 4-Aminochinoline. Mit einem Wirkungseintritt bei rheumatischen Erkrankungen ist nach ca. 3 (- 6) Monaten zu rechnen. Es ist plazentagängig.

Indikation: Rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, Malaria und Malariaprophylaxe.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Bei den Kindern von insgesamt 600 Schwangeren mit rheumatischen Erkrankungen, die in verschiedenen Studien erfasst wurden und mehrheitlich Hydroxychloroquin exponiert waren (eine Minderheit war Chloroquin exponiert), wurde kein nennenswert erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet. In einer dieser Studien wurden bei über 100 intrauterin exponierten Kindern im Alter von 2 Jahren weder visuelle noch akustische oder sonstige Entwicklungsdefizite gefunden. Die Autoren gingen dieser Fragestellung nach, um die Übertragbarkeit der Ergebnisse der Tierversuche (siehe Chloroquin) und den Fallbericht einer Mutter mit drei geschädigten und einem gesunden Kind nach Chloroquintherapie als kausalen Zusammenhang zu hinterfragen. Ob die bei antirheumatischer Dosierung gelegentlich beschriebene erhöhte Abortrate mehr an der schweren Grunderkrankung der Mutter oder der Medikation liegt, kann mit den vorliegenden Daten nicht abschließend beurteilt werden. Da viele der Schwangeren Hydroxychloroquin wegen eines systemischen Lupus erythematodes einnehmen, scheint ein Zusammenhang zwischen der erhöhten Spontanabortrate und der mütterlichen Grunderkrankung durchaus möglich.

Bei einer Malariaprophylaxe mit niedriger Dosierung und bei einer kurzzeitigen Malariatherapie fand sich in mehreren Studien mit über tausend mehrheitlich Chloroquin exponierten Schwangeren kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. 

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine antirheumatische Therapie mit Hydroxychloroquin kann auch in der Schwangerschaft fortgeführt oder begonnen werden. Bei systemischem Lupus erythematodes wird mehrheitlich ausdrücklich die Fortsetzung der Therapie während der gesamten Schwangerschaft empfohlen, um das SLE-bedingte Risiko mit Folgen für Mutter, Schwangerschaft und Fetus zu verringern.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Anwendung im 1. Trimenon kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer normalen vorgeburtlichen Entwicklung in Erwägung gezogen werden. Eine an SLE erkrankte Schwangere sollte sorgfältig gemeinsam von GynäkologIn und RheumatologIn betreut werden.

Besser erprobte Alternativen: Abhängig von der Indikation und Krankheitsaktivität, z.B. Prednisolon, ggf. Sulfasalazin oder Azathioprin, siehe auch rheumatoide ArthritisMalaria.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 30-60 Tage; Proteinbindung: 45-63%; molare Masse: 434; relative Dosis: 2-4%; M/P-Quotient: 5,5; orale Bioverfügbarkeit: 74%.

Klinik: In zwei Publikationen wird zusammen über 33 gestillte Kinder berichtet, deren Mütter mit Hydroxychloroquin wegen einer rheumatischen Erkrankung behandelt wurden. Keiner der Säuglinge entwickelte Symptome. 

Empfehlung: Trotz der langen Halbwertszeit und der theoretischen Gefahr einer Wirkstoffakkumulation beim Säugling scheint das Stillen nicht mit unerwünschten Nebenwirkungen beim Säugling einherzugehen. Bei gesunden reif geborenen Kindern, bei denen eine gute Beobachtung durch die Mutter und eine regelmäßige kinderärztliche Betreuung gewährleistet ist, ist Stillen unter antirheumatischer Hydroxychloroquintherapie akzeptabel.

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