Helicobacter pylori-Erkrankung

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen:
  • (k. A.)

Helicobacter pylori-Erkrankung

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Helicobacter pylori-Erkrankung

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Eine Infektion mit Helicobacter-Pylori (H.-p.) zählt zu den häufigsten Infektionen weltweit. Die Prävalenz der H.-p.-Infektion liegt in Deutschland bei Frauen unter 30 Jahren bei 25%, bei 30-34-jährigen bei 19%, bei über 35 Jahre alten Frauen bei 12%. Die Infektion erfolgt häufig schon im Kindesalter und scheint an der Entstehung zahlreicher Erkankungen beteiligt zu sein, beispielsweise wird vermutet, dass etwa 85% der chronischen Gastrititiden H.p.-induziert sind. Weitere  H.-p. assoziierte Erkrankungen sind die gastroduodenale Ulkuskrankheit, das distale Magenkarzinom und das primäre gastrale B-Zell-Lymphom. Jedoch wird nur ein kleiner Teil der Patienten mit einer H.P.-Infektion symptomatisch und bedarf einer medikamentösen Therapie. Ziel der Therapie ist die Eradikation des H.p., um weitere Rezidive bzw. Folgeerkrankungen, wie die Entstehung eines Magenkarzinoms, zu vermeiden. Die Therapie ist nicht immer einfach und erfordert die Kombination mehrerer Antibiotika, z.B. im Rahmen einer Tripletherapie. Nach erfolgreicher H.-p.-Eradikation ist die Reinfektionsrate sehr gering (unter 2%); bei Frauen und Kindern scheint sie jedoch etwas häufiger zu sein. 

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Eine Helicobacter-pylori-Eradikation kann auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Die Tripletherapie mit Eradikationsquoten von mehr als 80 % bleibt Standard.

Als Erstlinientherapie kann für mindestens 7 Tage das italienische Regime mit 

oder das französische Regime mit

durchgeführt werden. Analog den Empfehlungen der Medizinischen Fachgesellschaften sollte die italienische Variante auch in der Schwangerschaft bevorzugt werden, da sie besser verträglich ist. Dies gilt, obwohl Amoxicillin zu den Antibiotika der ersten Wahl in der Schwangerschaft gehört und so lange, wie die primäre Resistenzlage von H.-pylori gegen Metronidazol unter 30% in Deutschland liegt.

Von den Protonenpumpenhemmern ist das in der Schwangerschaft am besten untersuchte Mittel Omeprazol zu wählen, da ein Vorteil anderer Protonenpumpenhemmer, wie Lansoprazol oder Pantoprazol, gegenüber Omeprazol bisher nicht nachgewiesen wurde.

Nach Versagen der Primärtherapie muss über eine erfolgversprechende Zweitlinientherapie in der Schwangerschaft individuell und möglichst nach Empfindlichkeitsnachweis entschieden werden. Eine in der Schwangerschaft unproblematische Reservetherapie könnte u.a. auch die Dualtherapie mit hochdosiertem Amoxicillin und Omeprazol sein.

Mittel der Wahl

Die Tripletherapie kann in jeder Phase der Schwangerschaft durchgeführt werden; nach jetzigem Stand sollte das italienische Regime als primäre Therapie bevorzugt werden. Omeprazol ist der Protonenpumpenhemmer mit den meisten Erfahrungen in der Schwangerschaft. Über das Vorgehen bei einem Therapieversagen muss individuell entschieden werden. 

Hinweis

Wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, bitten wir Sie, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist kostenlos.