Erläuterung zur "Ampel"

Furosemid

Produktnamen:
  • Lasix ®
  • und Generika 

Furosemid

Erläuterung zur "Ampel"

Furosemid

Produktnamen:
  • Lasix ®
  • und Generika 

Furosemid ist ein starkes, kurz und schnellwirkendes Schleifendiuretikum. Es ist plazentagängig und erreicht im Nabelschnurblut etwa die gleichen Konzentrationen wie im mütterlichen Blut.

Indikation: Ödeme infolge von Erkrankungen des Herzens, der Leber oder der Nieren, arterielle Hypertonie.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Bisher ist weder ein nennenswert erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein Fehlbildungsmuster beschrieben. In zwei älteren Arbeiten wurde diskutiert, ob Furosemid - insbesondere zusammen mit Aminoglykosiden - einen Risikofaktor für eine Ototoxizität darstellt. Die im Tierversuch beobachtete teratogene Wirkung wird am ehesten auf eine Hypokalämie und metabolische Alkalose zurückgeführt. Bei ausgeglichenem Elektrolythaushalt wurde keine teratogene Wirkung (mehr) beobachtet. 

2.-3. Trimenon / Perinatal:  Bei der Mutter kann Furosemid zu einer Verminderung des intravasalen Volumens und zu einer Abnahme der utero-plazentaren Durchblutung führen, so dass die Versorgung des Fetus beeinträchtigt sein könnte. Beim Fetus kann es zu einer kurzfristigen Stimulierung der Urinproduktion kommen. Über Prostaglandin E2 vermittelt, wird eine den physiologischen Verschluss des Ductus arteriosus hemmende Wirkung bei Frühgeborenen mit resultierendem Atemnotsyndrom diskutiert. Furosemid kann zu einer Verdrängung des Bilirubins aus der Eiweißbindung und damit zu einer Erhöhung des freien Bilirubins beim Früh- bzw. Neugeborenen führen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Diuretika gehören nicht zur Standardtherapie bei Schwangerschaftshochdruck und -ödemen. Ihre Anwendung ist speziellen Indikationen vorbehalten. Wenn ein Diuretikum in der Schwangerschaft erforderlich ist, sollte Hydrochlorothiazid zunächst in Betracht gezogen werden. Wenn ein Schleifendiuretikum nötig ist, kann Furosemid verordnet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei längerfristiger Therapie ist vorsichtshalber die Fruchtwassermenge und das fetale Wachstum zu kontrollieren. Wird bis zur Geburt behandelt, sollte auf Blutzucker, Hämatokrit und Elektrolyte des Neugeborenen geachtet werden. Nach einer Therapie im 1. Trimenon kann eine sonographische Feinuntersuchung angeboten werden.

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Zur Behandlung der arteriellen Hypertonie sollten die Antihypertensiva der Wahl für die Schwangerschaft versucht werden. Als Diuretikum Hydrochlorothiazid, wenn möglich, bevorzugen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 1-2 h, Früh-/Neugeborene: 4,5-46 h; Proteinbindung: >95%; molare Masse: 330; M/P-Quotient: 0,5-0,8; orale Bioverfügbarkeit: 60-70%.

Klinik: Es liegen keine dokumentierten Erfahrungen zur Anwendung von Furosemid in der Stillzeit vor. Diskutiert wird eine mögliche Verminderung der Milchproduktion aufgrund der gesteigerten Diurese bei längerer Einnahme und hoher Dosierung. Ob die Milchbildung bei Frauen, die schon einige Zeit erfolgreich stillen, beeinflusst wird, wurde noch nicht untersucht. Bei Neugeborenen soll die orale Verfügbarkeit von Furosemid sehr schlecht sein.

Empfehlung: Als Diuretikum sollte möglichst Hydrochlorothiazid bevorzugt werden, insbesondere beim Stillen von Früh- und Neugeborenen. Bei arterieller Hypertonie eines der Antihypertensiva der Wahl bevorzugen, z.B. Metoprolol.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.