Erläuterung zur "Ampel"

Fumarsäureester

Produktnamen:
  • Fumaderm ®
  •  

Fumarsäureester

Erläuterung zur "Ampel"

Fumarsäureester

Produktnamen:
  • Fumaderm ®
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Fumarsäureester (Dimethylfumarat in Kombination mit Ethylhydrogenfumarat-Salzen) besitzen eine immunmodulatorische Aktivität. Der therapeutische Wert besteht in einer Verminderung der Entzündungsaktivität und Hyperkeratose. (Die Verwendung von Dimethylfumarat als Biozid in Konsumgütern ist aufgrund des Auftretens von allergischen Reaktionen nicht mehr erlaubt. Im Gegensatz zu Fumarsäureester wird die freie Fumarsäure in geringen Mengen als Lebensmittelzusatzstoff (Säuerungsmittel), als Hilfsstoff in der Arzneimittelherstellung und als Homöopathikum eingesetzt.)

Indikation: mittelschwere bis schwere Formen der Psoriasis vulgaris

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Bisherige Erfahrungen sprechen gegen ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Es existieren allerdings keine veröffentlichten Studien zur Teratogenität der Fumarsäureester. In unserem Institut überblicken wir bislang 23 Schwangerschaften mit Exposition im 1. Trimenon, aus denen sich keine Hinweise auf spezifische embryotoxische Effekte ergeben haben. Tierexperimentell haben sich nach Herstellerangaben keine Hinweise auf Teratogenität ergeben. Eine sichere Einschätzung des Risikos ist auf Grundlage der bestehenden Daten noch nicht möglich.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Es sind liegen keine publizierten Daten zur Exposition in der Spätschwangerschaft vor. Ein erhebliches fetotoxisches Risiko erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine Fumarsäureester-Behandlung in der Schwangerschaft sollte aufgrund der geringen Datenlage unterbleiben. Die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Therapie sollte kritisch überdacht werden, zumal sich die Psoriasis häufig im Laufe der Schwangerschaft bessert. Rebound-Phänomene nach abruptem Absetzen sind bisher nicht bekannt.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine erfolgte Anwendung rechtfertigt weder einen risikobegründeten Schwangerschaftsabbruch noch invasive Diagnostik. Zur Bestätigung einer normalen Entwicklung kann eine Ultraschall-Feinuntersuchung empfohlen werden.

Besser erprobte Alternativen: Abhängig von der Schwere der Erkrankung kommen als medikamentöse Optionen z.B. topische Harnstoff- oder Salicylsäurezubereitungen und Kortikoide wie BetamethasonPrednisolon infrage. Bei schweren Verläufen auch systemische Therapie, z.B. mit Prednison, Prednisolon oder Ciclosporin möglich.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 11,6 min, HWZ Metabolit: 36 h, mittlere HWZ: ca. 80 min; Proteinbindung: 0% (Dimethylfumarat), ca. 50% (Metabolit Methylhydrogenfumarat), ca. 60% (Ethylhydrogenfumarat); molare Masse: 144; gastrointestinale Resorption: nahezu 100%. Daten zum Übergang in die Muttermilch liegen nicht vor.

Klinik: Es liegen keine systematischen Untersuchungen oder Fallbeschreibungen zur Anwendung von Fumarsäureestern in der Stillzeit vor, jedoch auch keine Hinweise auf toxische Symptome beim gestillten Kind.

Empfehlung: Auf Fumarsäureester sollte verzichtet werden. Mittel der ersten Wahl sind hier ebenfalls topische Präparate.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.