Erläuterung zur "Ampel"

Flupirtin

Produktnamen:
  • Dolokadin ®
  • Katadolon ®
  • Trancolong ®
  • Trancopal ®
  • und Generika

Flupirtin

Erläuterung zur "Ampel"

Flupirtin

Produktnamen:
  • Dolokadin ®
  • Katadolon ®
  • Trancolong ®
  • Trancopal ®
  • und Generika

Flupirtin ist ein zentral wirkendes, zusätzlich muskelrelaxierendes, nicht opioides Analgetikum. Es bewirkt an seinem spinalen Angriffspunkt durch Aktivierung von Kaliumkanälen der Nervenzellen eine Hemmung der Weiterleitung von nozizeptiven Impulsen. Es ist für die orale und rektale Anwendung zugelassen, darf jedoch nur angewendet werden, wenn andere Schmerzmittel wie NSAR oder Opioide kontraindiziert sind. Wegen seiner Lebertoxizität ist die Anwendungsdauer auf zwei Wochen beschränkt, die Leberfunktion ist während der Behandlung zu kontrollieren.

Indikation: Behandlung akuter und chronischer Schmerzen wie Muskelverspannungen, Spannungskopfschmerz, Tumorschmerzen sowie Schmerzen nach Operationen und Verletzungen bei Versagen anderer Analgetika.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Es gibt keine dokumentierten Erfahrungen beim Menschen zur Anwendung von Flupirtin in der Schangerschaft, allerdings liegen auch trotz längerer Markteinführung keine Fallberichte zu embryotoxischen oder teratogenen Effekten vor.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Flupirtin kann abhängig von Behandlungsintervall und Dosis zur Atemdepression beim Neugeborenen und zu Entzugserscheinungen führen. Entzugssymptome können auch verzögert auftreten. Es ist nicht auszuschließen, dass die Lebertoxizität auch den Feten betreffen kann.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Flupirtin sollte aufgrund mangelnder Erfahrungen und seiner Lebertoxizität nicht in der Schwangerschaft angewendet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:Nach Anwendung im ersten Trimenon kann zur Bestätigung einer unauffälligen Entwicklung eine weiterführende Ultraschalldiagnostik angewendet werden.

Besser erprobte Alternativen: Als Schmerzmittel sollten Paracetamol oder bis Woche 28 Ibuprofen bevorzugt werden. Bei entsprechender Indikation kann auch mit Tramadol, Morphin oder Buprenorphin behandelt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 7-11 h; Proteinbindung: hoch; molare Masse: 420; orale Bioverfügbarkeit: 90%; es gibt keine Daten zum Übergang in die Muttermilch.

Klinik: Berichte zur Verträglichkeit beim gestillten Säugling fehlen.

Empfehlung: Einzeldosen erfordern keine Einschränkung des Stillens. Aufgrund seines lebertoxischen Potenzials sollte es aber in der Stillzeit nicht angewendet werden. Wie bei allen zentral wirkenden Analgetika ist bei Kindern mit Apnoeneigung besondere Vorsicht geboten.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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Die Beratung ist kostenlos.