Erläuterung zur "Ampel"
Die Ampelfarbe bezieht sich auf eine indikationsgerechte Anwendung in therapeutischer Dosis während der Schwangerschaft. ACHTUNG: Die Ampel ersetzt niemals die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden.

  • ROT: Medikament mit gesicherter Teratogenität und/oder gravierender Fetotoxizität.
  • GRÜN: Medikament der Wahl für die angegebene Behandlungsindikation, bei dem umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Potential erkennen lassen. Auch die grüne Ampel erfordert eine sorgfältige Indikationsprüfung und sollte nicht zu „unbedenklichem“ Gebrauch verleiten. Eine 100%ige Sicherheit gibt es zu keinem Medikament.
  • GRAU: Medikament, das entweder aufgrund seines Erfahrungsumfangs weder Grün noch Rot zuzuordnen ist, bei dem es widersprüchliche Studienergebnisse oder Einschränkungen in der Anwendung in bestimmten Schwangerschaftsphasen gibt.

Produktnamen
Alle aufgeführten Produktnamen sind Beispiele, es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Indikation
Die aufgeführten Indikationen beziehen sich auf die wichtigsten praktischen Anwendungen des Medikaments. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die Angaben müssen nicht mit den Indikationen übereinstimmen, für die eine Zulassung erteilt wurde.

Erfahrungsumfang

  • HOCH      umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften
  • MITTEL    50 – 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften
  • GERING   weniger als 50 systematisch ausgewertete Schwangerschaften oder größere Fallzahlen von
                   zweifelhafter Qualität
  • KEINE


Relative Dosis
Die relative Dosis ist der Anteil an der gewichtsbezogenen Tagesdosis der Mutter, den ein vollgestillter Säugling pro Kg seines Körpergewichts in 24 Stunden mit der Milch erhält. Manchmal geben wir auch den Anteil an einer Kinderdosis an, wenn es eine für das betreffende Medikament gibt.

M/P-Quotient
Der M/P-Quotient ist die Konzentration des Medikaments in der Milch geteilt durch die Konzentration des Medikaments im mütterlichen Plasma. M/P-Quotienten eignen sich nicht zum Vergleich von Arzneimittelrisiken in der Stillzeit. Niedrige Werte (<1) sprechen zwar gegen eine Anreicherung in der Muttermilch. Dennoch können bei hohen mütterlichen Plasmawerten in der Milch Konzentrationen erreicht werden, die den Säugling gefährden. Auf der anderen Seite kann man von hohen M/P-Quotienten nicht unbedingt auf relevante oder gar toxische Arzneimittelmengen in der Milch schließen, z.B. dann nicht, wenn die Konzentration im mütterlichen Serum aufgrund eines arzneitypischen, hohen Verteilungsvolumens sehr gering ist. In diesem Zusammenhang ist die relative Dosis informativer (siehe oben).