Erläuterung zur "Ampel"

Ergotamintartrat

Produktnamen:
  • Ergo Kranit Migraene ®
  •  

Ergotamintartrat

Erläuterung zur "Ampel"

Ergotamintartrat

Produktnamen:
  • Ergo Kranit Migraene ®
  •  

Ergotamintartrat ist ein nichthydriertes Ergotalkaloid. Als Adrenozeptoragonist wirkt es gefäßtonisierend, außerdem kann es durch direkte Erregung der Uterusmuskulatur zu Uteruskontraktionen und Perfusionsstörungen der Plazenta führen.

Indikation: Therapie von Migräneanfallen, wenn andere Therapiemaßnahmen nicht wirksam oder nicht indiziert sind.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Die Anwendung von Ergotamintartrat in der Frühschwangerschaft ist nach derzeitiger Datenlage nicht mit einer Erhöhung der Gesamtfehlbildungsrate verbunden. Dies wird durch eine neuere Studie, die knapp 200 Schwangere umfasst, unterstützt. Eine Assoziation mit Neuralrohrdefekten wurde diskutiert; aufgrund der geringen Fallzahlen und weil die Einnahme teilweise außerhalb des sensiblen Zeitraums erfolgte, ist dieses Ergebnis aber zurückhaltend zu beurteilen. Außerdem gibt es Einzelfallberichte über Disruptionsfehlbildungen und Totgeburten, sowie zwei Feten mit Möbiussequenz.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Es gibt Fallberichte mit verschiedenen fetalen Auffälligkeiten nach maternaler Anwendung von Ergotamintartrat in Kombination mit anderen Medikamenten im zweiten Trimenon, die durch die vasokonstriktiven Effekte von Ergotamin erklärt werden könnten. In einer epidemiologischen Studie wurde eine Assoziation zwischen der Ergotamintherapie im dritten Trimenon und vermindertem Geburtsgewicht und vorzeitiger Entbindung gesehen. Die Unterschiede zwischen behandelten und nicht behandelten Schwangeren waren in dieser Studie zwar statistisch signifikant, nicht jedoch geburtshilflich relevant.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Ergotamintartrat kann durch seine vasokonstriktiven und uterustonisierenden Eigenschaften zu Verminderung oder Unterbrechung  der fetalen Blutversorgung führen und ist deshalb während der Schwangerschaft kontraindiziert. Bei einem akuten Migräneanfall sollten Alternativen bevorzugt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach versehentlicher Einnahme von Einzeldosen in der Frühschwangerschaft besteht keine Indikation zum Schwangerschaftsabbruch oder invasiver Diagnostik. Zur Bestätigung der normalen fetalen Organentwicklung kann eine Ultraschallfeindiagnostik durchgeführt werden. Nach versehentlicher parenteraler Anwendung im letzten Trimenon sollten Auswirkungen auf die Wehentätigkeit und das fetale Befinden kardiotokographisch ausgeschlossen werden.

Besser erprobte Alternativen: Bei Migräne sollte zunächst Paracetamol, auch in Kombination mit Codein oder Coffein oder bis etwa Woche 30 auch Ibuprofen versucht werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 20-34 h; Proteinbindung: 93-98%; molare Masse: 581; orale Bioverfügbarkeit: <5%.

Klinik: Ergotalkaloide können als Prolaktinhemmer zur Verminderung der Milchproduktion führen. Nach Einzeldosen ist mit diesem Effekt in klinisch relevantem Ausmaß nicht zu rechnen. Ergotamintartrat kann beim gestillten Säugling theoretisch zu Symptomen des Ergotismus führen. Deshalb sollten Alternativen bevorzugt werden. Exakte Daten zum Übergang von Ergotamintartrat in die Muttermilch liegen bisher nicht vor. 

Empfehlung: Bei Migräne sollten zunächst Ibuprofen oder Paracetamol (auch in Kombination mit Coffein und/oder Codein) versucht werden. Die Einnahme therapeutischer Einzeldosen von Ergotamintartrat durch die Mutter erfordern jedoch keine Einschränkung des Stillens, zumal wenn der Säugling über zwei Monate ist.

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